Die temporäre Sperrung für Elterntaxis vor der Mahlsdorfer Grundschule durch Mamas und Papas ist wissenschaftlich untersucht worden. An einer Hochschule wurde das Thema, über welches „Alles Mahlsdorf“ am 9. und 19. Januar sowie am 9. Februar berichtete, in einer Bachelorarbeit behandelt, kam dabei zu mehreren Schlüssen. Das Bezirksamt reagiert, nun sollen bauliche Veränderungen für mehr Schulwegsicherheit sorgen.
Es war ein ungewöhnliches Verkehrsprojekt: Im Januar wurden rund um die Mahlsdorfer Grundschule am Feldrain Straßenabschnitte für den Autoverkehr gesperrt, um die Kinder auf ihrem Schulweg besser zu schützen und insbesondere dem Problem der sogenannten Elterntaxis entgegenzuwirken. Die Aktion wurde von Studierenden wissenschaftlich begleitet und ist inzwischen auch Gegenstand einer Bachelorarbeit an der Berliner Hochschule für Technik (BHT).
Die Untersuchung unter Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Jochen Lohmiller kommt dabei zu einem grundsätzlich positiven Ergebnis. Für die Befragung wurden 155 Eltern einbezogen. 63 Prozent bewerteten die Schulstraße positiv, lediglich zwölf Prozent lehnten sie ab. Gleichzeitig gaben 35 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Kind inzwischen seltener oder gar nicht mehr mit dem Auto zur Schule bringen. Das Sicherheitsempfinden verbesserte sich in der Befragung ebenfalls deutlich.
Doch die Untersuchung zeigt auch die Schwachstellen des Versuchs. Der Verkehr verlagerte sich teilweise auf andere Straßen, besonders häufig wurden die Albrecht-Dürer-Straße und der Marderweg als Ausweichstrecken genannt. Zudem wurde beobachtet, dass Autos entgegen der Einbahnstraßenregelung im Pfarrhufenweg bis in Richtung Schule fuhren. Auch gefährliche Wendemanöver unmittelbar vor der Absperrung wurden von Eltern beschrieben.Bei einem aktuellen Treffen von Bezirksamt, den Initiatoren der Aktion und der Hochschule wurde die Bachelorarbeit besprochen. Nach Angaben der Initiatoren bewertete das Bezirksamt die Arbeit als nicht ausreichend hilfreich. Das Ergebnis sei aus Sicht des Bezirksamtes im Wesentlichen vorhersehbar gewesen. Zudem fehlten aus Sicht der Verwaltung insbesondere die Eindrücke der Anwohner sowie eine Darstellung, auf welcher rechtlichen Grundlage eine Schulstraße dauerhaft und rechtssicher eingerichtet werden könnte.
Damit ist eine dauerhafte Sperrung der Straßen rund um die Mahlsdorfer Grundschule zunächst offenbar nicht der nächste Schritt. Stattdessen will das Bezirksamt zunächst auf bauliche Veränderungen setzen und deren Wirksamkeit anschließend bewerten. Als erste Maßnahme soll der Gehweg unmittelbar vor der Schule, zwischen Haupt- und Mitteleingang, verbreitert werden. Die Fahrbahn soll dort künftig nur noch eine Breite von etwa 3,50 bis vier Metern haben. Dadurch soll mehr Platz für Fußgänger und insbesondere für die Schülerinnen und Schüler entstehen. Nach derzeitiger Planung könnte mit der Umsetzung dieser Maßnahme bereits vor Beginn des kommenden Schuljahres begonnen werden, sofern die weiteren Voraussetzungen rechtzeitig geschaffen werden können. Im zweiten Schritt ist eine weitere Veränderung im Pfarrhufenweg vorgesehen. Auch dort soll der Gehweg verbreitert werden.
Die Ergebnisse der Bachelorarbeit legen derweil nahe, dass die Idee einer Schulstraße grundsätzlich auf Akzeptanz stößt, da knapp zwei Drittel der befragten Eltern die Maßnahme positiv bewerteten. Auch der Anteil der Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen, wurde mit 82 Prozent angegeben.





