Fünf deutsche Jahrgangsmeistertitel, die Berufung ins Nationalteam und ein großer Traum: Der 14-jährige Leonard Salan aus Mahlsdorf gehört zu den größten Hoffnungen im Schwimmsport. Jetzt wurde er zu Berlins Nachwuchssportler des Monats August gekürt.
Im Wasser kennt Leonard Salan derzeit kaum Grenzen. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Juni schwamm der Teenager gleich fünfmal auf Platz eins, ber 200 Meter Schmetterling, 200 und 400 Meter Lagen sowie über 400 und 1500 Meter Freistil war der Mahlsdorfer nicht zu schlagen. Eine beeindruckende Bilanz, die ihm nun eine besondere Auszeichnung bescherte. Leonard ist amtierender Berliner Nachwuchssportler des Monats August 2026.
Leonard Salan ist im Mahlsdorfer Süden zuhause, bis einschließlich der vierten Klasse besuchte er die Ulmen-Grundschule in Kaulsdorf, bevor für ihn der nächste Schritt in Richtung Leistungssport folgte. Anschließend wechselte er an das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB) in Alt-Hohenschönhausen, wo er heute Schule (Lieblingsfach Mathe) und Sport miteinander verbindet.
Im Verein schwimmt Leonard seit 2018, also seinem sechsten Lebensjahr. Heute startet er für den Berliner TSC und wird von Felix Schulz trainiert. Die bisherigen Erfolge blieben auch dem Deutschen Schwimm-Verband nicht verborgen. Leonard wurde für das Nationalteam nominiert und durfte Mitte Juli beim Central European Countries Junior Meeting (CECJM) in Slowenien erstmals bei einem internationalen Wettkampf für Deutschland antreten. In der Nationen-Trophy belegte das deutsche Team dabei den zweiten Platz.
Hinter den Erfolgen steckt vor allem eines: enormer Trainingsaufwand. Leonard trainiert neunmal pro Woche. Schon am Morgen stehen Einheiten SLZB auf dem Programm, am Nachmittag geht es weiter. Schwimmen gehört dabei ebenso zum Alltag wie Krafttraining, Athletik und Stabilisation.
Salans besondere Stärke liegt dabei in der sogenannten Tauchphase, also den Metern unter Wasser nach dem Start und nach den Wenden. Dort kann Leonard seine Geschwindigkeit besonders gut ausspielen. „Unter Wasser ist man ja schneller als darüber“, erklärte Leonard Salan der Morgenpost. Stress macht er sich dabei vor den Starts nicht. „Entweder es klappt, oder es geht in die Hose. Trotz des enormen Trainingspensums scheint Leonard den Spaß am Schwimmen nicht verloren zu haben. Im Gegenteil. Für ihn liegt ein besonderer Reiz darin, nach dem Anschlag auf die Anzeigetafel zu schauen und zu sehen, dass eine schnelle Zeit herausgekommen ist.
Neben dem Schwimmen bleibt, kaum zu glauben, auch noch Zeit für andere Dinge. In seiner Freizeit spielt Leonard Videospiele, fährt Rad, spielt Fußball, Tischtennis und Basketball. Dass Leonard sich mit seinen 14 Jahren bereits große Ziele setzt, überrascht angesichts seiner Entwicklung nicht. Sein langfristiger Traum ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen. 2032 in Brisbane ist dabei das große Ziel. Vielleicht, so hofft der junge Schwimmer, könnte es sogar schon 2028 in Los Angeles klappen. „Wenn das klappt, wäre das super“, sagt er, „am besten so früh wie möglich.“
Leonard Salan würde sich einreihen in eine Reihe Mahlsdorfer Spitzensportler, die „Alles Mahlsdorf“ seit Jahren begleitet und berichtet. Wie etwa der Kanute Jacob Schopf (27), mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister, oder Bogenschützin Lisa Unruh aus der Florastraße, Weltmeisterin und mit olympischen Silber und Bronze ausgestattet. Ebenso die Fußballprofis Steven Skrzybski (nahezu 300 Bundesligaspiele, aktuell bei Holstein Kiel), Lennard Maloney (von Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh bis zum US-Nationalspieler) oder Albert Pilgramm, der in dieser Saison im Kader des Bundesligisten SC Paderborn steht. Hinzu kommt Sprinterin Lena Leege, zweimalige Deutsche Meisterin und U20-Europameisterin oder Sprinter Danilo Hübner (liefvor Kurzem neuen Berliner Rekord). Dazu kommen Wasserspringerin Lotti Hubert (Junioren-Europa- und Weltmeisterin; aufgewachsen in der Lübzer Straße), Hermine Fuckel, die vor einigen Jahren deutsche Juniorenmeisterin der Sportakrobatik wurde oder der Berlin-Brandenburger Meister Kyle Landmann im Kung-Fu.
Nun also hat Mahlsdorf mit Leonard Salan ein neues sportliches Eisen im Feuer, er gehört inzwischen zu den erfolgreichsten Nachwuchsschwimmern Deutschlands. Fünf deutsche Meistertitel sind dabei möglicherweise erst der Anfang einer noch größeren Karriere. Und vielleicht schon bald der Sprung vom olympischen Startblock –




