Alle Zahlen zur Wahl in Mahlsdorf: Katharina Günther-Wünsch gewinnt erneut, aber AfD stärkste Partei

Katharina Günther-Wünsch bleibt Direktabgeordnete für Mahlsdorf. Doch das Ergebnis der sonntäglichen Berlin-Wahl zeigt einen deutlichen politischen Wandel: Ihre Partei, die CDU verliert massiv, die AfD zieht bei den Zweitstimmen erstmals an ihr vorbei. Auch bei den Direktkandidaten muss Günther-Wünsch erhebliche Verluste hinnehmen, wird der Abstand an der Spitze deutlich kleiner. Hier gibt’s alle Daten und Zahlen zur Wahl in Mahlsdorf.

 

Mahlsdorf und Kaulsdorf-Süd bleiben im Abgeordnetenhaus vertreten durch die 43-jährige Katharina Günther-Wünsch. Die CDU-Politikerin konnte ihren Wahlkreis 5 erneut direkt gewinnen. Damit wird die amtierende Bildungssenatorin auch in der kommenden Wahlperiode dem Berliner Abgeordnetenhaus angehören. Allerdings fällt ihr persönliches Ergebnis deutlich schwächer aus als bei der Wahl 2023. Damals hatte Günther-Wünsch im Wahlkreis noch 45 Prozent der Erststimmen erhalten. Diesmal kommt sie lediglich auf 31,2 Prozent, ein Rückgang um satte 13,8 Prozentpunkte.

 

Für den deutlichen Rückgang bei Günther-Wünsch gibt es im Wahlkreis vor allem einen auffälligen Gegenpol. Der bislang politisch überhaupt nicht in Erscheinung getretene Malermeister Thomas Harder (mittlerweile in Rente) von der AfD erreicht bei seiner ersten Kandidatur im Wahlkreis ein Ergebnis von 24,5 Prozent. Damit konnte die AfD bei den Erststimmen ihr Ergebnis gegenüber dem damaligen Kandidaten Vadim Derksen aus dem Jahr 2023 ungefähr verdoppeln. Auf Platz 3 landet Juliane Witt von der Linken. Die Marzahn-Hellersdorfer Bezirksstadträtin erreicht 16,8 Prozent. Dahinter folgt Dr. Luise Lehmann (SPD) mit 9,6 Prozent, sie verliert damit gegenüber ihrem Ergebnis von 2023 deutlich. Damals war sie noch auf 15,4 Prozent gekommen. Die weiteren Kandidierenden bleiben einstellig: Manuela Neubert (Grüne) erreicht 6,7 Prozent, Ina Seidel-Grothe (BSW) 6,3 Prozent und Peter Lange (FDP) 2,6 Prozent. Damit ergibt sich bei der Erststimme ein bemerkenswert verändertes Bild. Zwar verteidigt Günther-Wünsch das Direktmandat, der Vorsprung ist aber erheblich kleiner geworden.

 

Noch deutlicher wird der politische Wandel beim Blick auf die Zweitstimme. Hier geht es nicht um die Wahl einer einzelnen Person, sondern darum, welcher Partei die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme geben. Und dabei gibt es im Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf-Süd eine Premiere: Die AfD liegt erstmals vorne. Sie kommt auf 26,1 Prozent und liegt damit denkbar knapp vor der CDU, die 25,5 Prozent erreicht. Die AfD gewinnt damit gegenüber 2023 rund 13 Prozentpunkte hinzu. Für die CDU ist das Ergebnis dagegen ein massiver Einbruch. 2023 hatte sie im Wahlkreis noch 40,1 Prozent der Zweitstimmen erhalten und war damit mit großem Abstand stärkste Partei. Das Ergebnis ist auch deshalb bemerkenswert, weil Mahlsdorf und Kaulsdorf-Süd traditionell zu den Berliner Gebieten gehören, in denen die CDU besonders stark abschneidet.

 

Hinter dem Spitzenduo folgt Die Linke mit 16,6 Prozent. Sie verbessert sich damit gegenüber der Wahl 2023 um rund fünf Prozentpunkte. Das Ergebnis korrespondiert mit dem starken Abschneiden von Juliane Witt bei der Erststimme. Die SPD erlebt dagegen auch in diesem Wahlkreis einen deutlichen Einbruch. Sie kommt nur noch auf 9,1 Prozent der Zweitstimmen und verliert damit rund sieben Prozentpunkte gegenüber 2023. Die Grünen bleiben mit 7,9 Prozent ungefähr auf ihrem bisherigen Niveau. Das erstmals angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht 7,1 Prozent. Die FDP kommt auf 2,9 Prozent und bleibt damit im Wahlkreis politisch weit von den beiden führenden Parteien entfernt. Auf sonstige Parteien entfallen zusammen 5,4 Prozent. Stimmberechtigt waren in den beiden Ortsteilen übrigens 29.354 Menschen, ihr Wahlrecht haben rund 80 Prozent wahrgenommen (knapp über 23.700), davon knapp 33 Prozent per Briefwahl.

 

Für Katharina Günther-Wünsch bedeutet der Ausgang der Wahl zunächst vor allem eines: Sie bleibt direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis 5. Ob sie darüber hinaus auch in der neuen Legislaturperiode wieder das Amt der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie übernehmen wird, hängt dagegen von den künftigen Mehrheits- und Koalitionsverhältnissen im Abgeordnetenhaus ab. Welche Parteien künftig gemeinsam regieren und welche Ressorts sie besetzen werden, steht erst nach einigen Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen in wohl einigen Wochen fest. Die Chancen für Günther-Wünsch stehen allerdings mit Blick auf den deutlichen Wahlsieger Linke eher schlecht.  

 

Für Günther-Wünsch ist das Wahlergebnis somit ein zweischneidiges Ergebnis: Das Direktmandat ist erneut gesichert, die persönliche Zustimmung ist jedoch deutlich zurückgegangen, das Senatorinnenamt wackelt bedenklich. Gleichzeitig hat ihre CDU in Mahlsdorf und Kaulsdorf einen erheblichen Teil ihrer bisherigen Stammwählerschaft verloren.

Die Verteilung der Erststimmen in Mahlsdorf/Kaulsdorf-Süd. Katharina Günther-Wünsch holt sich erneut das Direktmandat.
Bei den Zweitstimmen siegte in Mahlsdorf die AfD knapp vor der CDU.

Datenschutzeinstellungen