Starker Anstieg von Zerstörungen: BVG testet in Mahlsdorf Plexiglasscheiben in Wartehäuschen

Erst Ende Dezember berichtete „Alles Mahlsdorf“ über einen Zerstörungsstreifzug bislang unbekannter Täter durch den äußersten Norden von Mahlsdorf, vor allem die Scheiben mehrerer BVG-Wartehäuschen wurden zerstört. Nun findet in unserem Ortsteil ein spannendes Pilotprojekt statt – die BVG testet Plexiglas.

 

„Es wurden bereits einzelne Standorte mit Plexiglas ausgestattet. Unter anderem ist seit September 2021 am Kressenweg in Mahlsdorf eine Wartehalle mit diesem Material ausgestattet“, heißt es von der für die BVG zuständigen Senatsverwaltung für Verkehr auf eine parlamentarische Anfrage der Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordneten Katharina Günther-Wünsch und ihres CDU-Parteifreundes Oliver Friederici. Ausgewählt wurde die Haltestelle Kressenweg, die nahe den Kaulsdorfer Seen vor allem in den Nachtstunden relativ unbeobachtet liegt, aufgrund zahlreicher Zerstörungen in den vergangenen Jahren.

Nicht nur bei der BVG hofft man nun auf positive Ergebnisse des Pilotprojekts. Auch die Polizei zeigt laut Verkehrsstadtrat Markus Kamrad „ein verstärktes Interesse am Einsatz dieses Materials, um Glasbruch vorzubeugen“. Der Vorteil des Plexiglases liegt laut BVG in der hohen Widerstandfähigkeit gegen Zerstörung. Ein Nachteil sind zum einen die höheren Kosten (drei Millionen Euro für alle Haltestellen), zum anderen weist Plexiglas bei einer Zerstörung nicht die optimalen Eigenschaften von Sicherheitsglas auf (z.B. zersplittert in unzählige, kleine Scheibenstücke). Die Fraktion der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung will nun laut Katharina Günter-Wünsch einen Antrag einbringen, der den Einsatz des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf für eine Ausweitung des Pilotprojekts in unserem Bezirk anregt.

 

Die Zerstörung von Bushaltestellen ist unterdessen kein ausschließliches Problem. Wie es in einer weiteren parlamentarischen Anfrage des CDU-Abgeordneten Fabian Grasse heißt, ist für ganz Berlin eine Erhöhung von Vandalismusschäden/Glasbruch in den letzten drei Jahren von ca. 11 Prozent zu verzeichnen. Erwischt werden die Täter:innen selten. Generell stellt die BVG für alle Vandalismusschäden, die bekannt werden, einen Strafantrag. 301 waren dies im vergangenen Jahr. In 122 Fällen konnten Tatverdächtige ermittelt werden. In 99 davon hatten die Täter:innen die deutsche Staatsangehörigkeit, in fünf Fällen die polnische und in drei Fällen die syrische. Die Allermeisten waren männlich, in 47 Fällen die Täter zwischen 14 und 18 Jahren, in 58 Fällen bereits über 21 Jahren.

Das Wartehäuschen der BVG im Kressenweg unweit der Kaulsdorfer Seen wurde in ein Plexiglas-Pilotprojekt aufgenommen. Foto: Katharina Günther-Wünsch

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