Schwaches Internet: Glasfaserausbau in Mahlsdorf hinkt meilenweit hinterher

Beim Thema Glasfaserausbau gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Er ist entscheidend für die Digitalisierung, da er deutlich höhere Geschwindigkeiten, eine stabilere Verbindung und eine zukunftssicherere Infrastruktur bietet als DSL oder Kabel. Glasfasern ermöglichen schnellere Downloads und Uploads, unterstützen Home-Office, Streaming und Cloud-Dienste, steigern den Immobilienwert, sind energieeffizienter und fördern die digitale Gleichstellung von Stadt und Land, was  für Bürger, Unternehmen und Wirtschaft unerlässliche Faktoren sind. In Hamburg sind bereits 68 Prozent der Haushalte an Glasfaser angeschlossen, in Gesamt-Berlin knapp die Hälfte. Und Mahlsdorf? Hier liegt die Prozentzahl bei 14, große Teile unseres Ortsteils schaffen es nicht einmal auf drei Prozent.


Rund 2100 Haushalte sind in Mahlsdorf an Glasfaser angeschlossen. Das ergab die Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft auf die parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Herrmann. „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Berlin erfolgt überwiegend marktgetrieben und eigenwirtschaftlich durch die Telekommunikationsunternehmen. Die konkrete Netzausbauplanung inkl. Zeitplänen und Fertigstellungsterminen obliegt demnach den ausbauenden Unternehmen“, heißt es von Staatssekretär Dr. Severin Fischer. Zwar holt die gesamte Stadt im Bundesvergleich derzeit im Bereich der Internet-Infrastruktur massiv auf, Randortsteile wie Mahlsdorf scheinen im Gegensatz zu den Innenstadtbezirken aber derzeit wenig attraktiv für die Telekommunikationsunternehmen. Derzeit sind dies in Mahlsdorf 1&1, die Telekom, DNS:net sowie Vodafone. Derzeit baut jedoch nur die Telekom in Mahlsdorf Glasfaser aus, das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ befindet sich in der Vorvermarktung.


Bis 2028 will Berlin flächendeckend zu rund 90 Prozent mit Glasfaser versorgt sein. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Zumal die derzeitigen 14 Prozent vor allem durch den Bereich Alt-Mahlsdorf (also rund um den Bahnhof) getragen werden. Hier sind bereits 71,3 Prozent aller Haushalte erschlossen. Im östlichen Mahlsdorf-Süd rund um die Pilgramer Straße sind es 3,5 Prozent, westlich des Hultschiner Damms lediglich 0,6 Prozent. Immerhin: Die Gigabit-Versorgung, also die Internet-Geschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) oder mehr, liegt südlich der B1 bei fast 90 Prozent. Geschafft werden diese oft jedoch kaum, da die Kabel zumeist mit Nachbarn geteilt werden, diese „ältere“ Technologie langsam an ihre Grenzen stößt und empfindlicher auf Störungen reagiert.


In Mahlsdorf-Nord liegt die Gigabit-Rate bei 56 Prozent, die Glasfaser-Quote gerade einmal bei 2,5 Prozent. Diese dürfte in naher Zukunft zumindest etwas steigen, das kommunale Wohnungsunternehmen „degewo“ stattet alle 248 Wohneinheiten auf Mahlsdorfs derzeit größtem Baufeld in der Bisamstraße (geplante Übergabe im Sommer 2027) mit Glasfaser aus.

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