In Mahlsdorf wurde in den vergangenen Tagen großes deutsches Fernsehen produziert, und zwar mit erheblichem Aufwand. Für den nun neuen „Polizeiruf 110“ verwandelten sich die Waldowstraße und der Blumenladen „Unikat“ in der Hönower Straße für insgesamt vier Drehtage in Filmkulissen. Rund 20 bis 30 Menschen begleiteten die Produktion täglich vor Ort.
Die Produktion hat Tradition. Seit 55 Jahren gibt es den „Polizeiruf“, den „Tatort“ der DDR. Federführend entsteht die vor allem im Osten beliebte Krimiserie durch den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Gedreht wurde nun ein neuer Fall der Ermittler rund um André Kaczmarczyk, Frank Leo Schröder sowie die Kommissarin Alexandra Luschke (gespielt von Gisa Flake), die bei der Mordkommission im Grenzort Świecko ihre Fälle lösen. Inhaltlich führt der Film nach Frankfurt (Oder) und in die grenznahe Region auf polnischer Seite. Ein Schauplatz, der die deutsch-polnischen Ermittlungen seit Jahren prägt.
Besonders aufwendig gestalteten sich die Dreharbeiten im Blumenladen „Unikat“ in der Hönower Straße. Zwar wird das Geschäft später nicht von außen im Film zu sehen sein (für die Außenaufnahmen nutzte das Produktionsteam einen Blumenladen in Frankfurt), doch die Innenräume des Mahlsdorfer Geschäfts überzeugten die Szenenbildner sofort. Ausschlaggebend war die besondere Struktur des Ladens: ein echter Verkaufsraum, dazu Küche, Werkstatt und Nebenräume. Genau die Authentizität, die für die Dreharbeiten gesucht wurde. „So etwas findet man nicht überall“, hieß es aus dem Umfeld der Produktion. Schon im Vorfeld waren sogenannte Motivscouts unterwegs, die passende Drehorte suchen. Im „Unikat“ fanden sie schließlich genau die Atmosphäre, die zum Drehbuch passte.
Teilweise wurde es hinter den Kulissen allerdings eng. Technik, Kabel, Requisiten und zahlreiche Mitarbeitende beanspruchten die Räume des Blumenladens erheblich. Dennoch verliefen die Arbeiten offenbar reibungslos, am Ende zeigten sich sowohl Produktionsteam als auch Beteiligte vor Ort zufrieden. Der neue „Polizeiruf 110“ mit den Mahlsdorfer Bildern soll am 29. November ausgestrahlt werden. Die traditionsreiche Krimireihe gehört zu den erfolgreichsten Formaten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Sie wurde bereits 1971 in der DDR eingeführt und entwickelte sich dort schnell zur Kultserie. Anders als der westdeutsche „Tatort“ setzte der „Polizeiruf 110“ von Beginn an stärker auf gesellschaftliche Themen und die Lebenswirklichkeit im Osten Deutschlands.
Auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung zählt die Reihe weiterhin zu den beliebtesten Krimiformaten im deutschen Fernsehen. Regelmäßig verfolgen mehrere Millionen Zuschauer die neuen Folgen. Mit den aktuellen Dreharbeiten in Mahlsdorf wird nun ein weiteres Kapitel dieser traditionsreichen Fernsehgeschichte geschrieben.





