Was am späten Samstagnachmittag zunächst harmlos begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem der heftigsten Unwetter der vergangenen Jahre. Gegen 16 Uhr setzte zunächst leichter Nieselregen ein, doch schon wenig später zogen dunkle Wolken auf, begleitet von bedrohlichem Donnergrollen. Kurz darauf öffnete der Himmel seine Schleusen.
Mehr als eine Stunde lang tobte ein schweres Gewitter über Mahlsdorf. Blitze erhellten den Himmel im Minutentakt, während heftige Donnerschläge über den Ortsteil rollten. Zeitgleich gingen enorme Regenmengen nieder. Viele Anwohnende berichten von Niederschlägen, wie sie sie seit Jahren nicht erlebt haben, Starkregen über Mahlsdorf. Besonders betroffen waren offenbar die Bereiche rund um die Dahlwitzer Straße, Greifswalder Straße und Bremer Straße. Straßen und Gehwege verwandelten sich hier in kürzester Zeit in Wasserlandschaften. Riesige Pfützen und teilweise knöcheltiefe Überschwemmungen machten das Vorankommen für Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen schwierig.
Die Feuerwehr war über Stunden hinweg im Dauereinsatz. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser und mussten ausgepumpt werden. Zu den betroffenen Einrichtungen gehörte auch die Kita unter dem Restraurant „Rhodos“ in der Dahlwitzer Straße, in die ebenfalls Wasser eindrang. Für viele Bewohner fielen die Folgen des Unwetters besonders bitter aus. Zahlreiche Gartenfeste, Familienfeiern und Jugendweihepartys wurden vom Regen überrascht und fielen buchstäblich ins Wasser. Festzelte boten oft nur unzureichenden Schutz gegen die Wassermassen, die durch den peitschenden Wind selbst unter die Überdachungen gedrückt wurden.
Auch kulturelle Veranstaltungen blieben von den Auswirkungen nicht verschont. Die für 17 Uhr geplante „Silent Disco“ des „Kiezprojekts“ im Kunsthaus Flora konnte nicht wie vorgesehen beginnen. Das Gelände wurde von den Regenmassen überflutet, sodass zunächst die technische Ausrüstung gesichert werden musste. Erst deutlich später konnte die leise Tanzparty starten.
Am Sonntagmorgen waren die Spuren des Unwetters vielerorts noch sichtbar. Verschlammte Wege, nasse Keller und liegengebliebene Äste zeugten von den extremen Wetterbedingungen. Die genaue Niederschlagsmenge und eine abschließende Bilanz der Einsätze lagen am Sonntagmorgen zunächst noch nicht vor. Fest steht jedoch: Das Unwetter vom 20. Juni gehört zu den schwersten Wetterereignissen, die Mahlsdorf in den vergangenen Jahren erlebt hat.
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