Eltern kaufen Klimageräte für 30 Grad warme Klassenräume: Hitze-Diskussion an Mahlsdorfer Grundschule

Noch befindet sich die Mahlsdorfer Friedrich-Schiller-Grundschule in den wohlverdienten Sommerferien.Wenn jedoch am 24. August das neue Schuljahr startet, dürfte in dem 111 Jahre alten Gebäude wieder eine im Wortsinn „hitzige“ Diskussion starten. Um eben Hitze. Denn bereits in den ersten Unterrichtsstunden sollen in Klassenräumen Temperaturen von rund 30 Grad herrschen, Eltern haben bereits eigene Klimageräte angeschafft. Das Bezirksamt sieht dies jedoch skeptisch.
 
An die Öffentlichkeit getragen wurde die Problematik durch die parlamentarische Anfrage des umstrittenen AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann (fiel in den letzten Jahren häufiger durch zweifelhafte Äußererungen und Reisen auf), welcher der Senatsverwaltung für Bildung unter der Überschrift „Fehlender Hitzeschutz an der Friedrich-Schiller-Grundschule in Mahlsdorf“ sieben Fragen zum Thema stellte. Da Ausstattung und Unterhalt der Schulen jedoch Aufgabe der Bezirke ist, reichte die Senatsverwaltung die Anfrage nach Marzahn-Hellersdorf weiter. Ausgangspunkt waren demnach Berichte von Eltern. Sie schilderten, dass insbesondere im Obergeschoss der Schule bereits gegen 8 Uhr morgens Temperaturen um die 30 Grad erreicht würden. Der zuständige Bezirksstadtrat Stefan Bley (CDU) habe von der Problematik bei einer Veranstaltung des Bezirkselternausschusses erfahren. Inzwischen sei mit dem von Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (ebenfalls CDU) geführten Straßen- und Grünflächenamt eine Prüfung zusätzlicher Verschattungsmöglichkeiten abgestimmt worden. 
 

Nach Angaben des Bezirksamtes entscheidet die Schulleitung derzeit vor Ort über Maßnahmen zum Umgang mit den hohen Temperaturen. Dazu gehören unter anderem die Vermeidung besonders stark aufgeheizter Unterrichtsräume sowie gegebenenfalls eine Verkürzung des Unterrichts. Auch die Hortbetreuung findet nach Angaben der Anfrage in den betroffenen Räumen statt. Klare Worte findet das Bezirksamt zur Frage privater Klimageräte. Eltern sollten nach Auffassung der Verwaltung „keine eigenen Geräte für die Schule bereitstellen“. Stattdessen verweist der Bezirk auf organisatorische Möglichkeiten sowie auf das flexible Schulbudget. Über dieses könnten Schulen geeignete Ausstattungsgegenstände beantragen und finanzieren. 

 

Für die Trinkwasserversorgung sieht der Senat hingegen keine Probleme. An der Friedrich-Schiller-Grundschule ist bereits ein Wasserspender installiert. Hintergrund ist ein Programm der Senatsverwaltung für Bildung und der Berliner Wasserbetriebe, das seit 2020 alle Berliner Grundschulen mit Wasserspendern ausstattet.

 

Zur Verantwortung für mögliche gesundheitliche Folgen erklärt das Bezirksamt, dass Lehrkräfte sowie pädagogische und nichtpädagogische Mitarbeitende im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht verpflichtet seien, geeignete Maßnahmen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler vor Hitzebelastung zu treffen. Langfristig verweist der Senat auf die Berliner Schulbauoffensive. Bei Sanierungen und Neubauten sollen Maßnahmen zum Hitzeschutz künftig stärker berücksichtigt werden. Dazu zählen Sonnenschutzverglasungen oder außenliegende Sonnenschutzanlagen, eine klimaangepasste Gestaltung der Schulhöfe mit mehr Grünflächen sowie weitere bauliche Maßnahmen zur Reduzierung der sommerlichen Wärmebelastung.

 

Konkrete Termine für Verbesserungen an der Friedrich-Schiller-Grundschule nennt die Senatsantwort allerdings nicht. Nach Angaben des Bezirksamtes können entsprechende Maßnahmen im Rahmen der jährlich zur Verfügung stehenden Bau- und Investitionsmittel umgesetzt werden.

Vor den Sommerferien machte die große Hitze den Kindern und Lehrkräften kräftig zu schaffen. Wie geht es ab dem 24. August weiter?

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