Keine neuen Ampeln, Zebrastreifen oder Mittelinseln auf zwei wichtigen Mahlsdorfer Straßen: Grüne werfen Senat mangelndes Handeln vor

Die Debatte um sichere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, also Ampeln, Mittelinseln oder Zebrastreifen auf zwei der wichtigsten Straßen Mahlsdorfs, dem Hultschiner Damm und der Hönower Straße, nimmt mit dem immer heißer kochenden Wahlkampf weiter Fahrt auf. Nach der Antwort der Verkehrsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller kritisieren die Grünen eben jene Antworten des Berliner Senats als unzureichend. Aus Sicht der Partei fehle es an kurzfristigen Maßnahmen, um Fußgängerinnen und Fußgängern ein sicheres Überqueren der beiden stark befahrenen Routen zu ermöglichen.


In der Anfrage wollte Ziller unter anderem wissen, wie die Verkehrssicherheit für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bewertet wird und welche konkreten Planungen für zusätzliche Querungshilfen bestehen. In seiner Antwort erklärt der Senat, dass sowohl die Hönower Straße als auch der Hultschiner Damm zwar als übergeordnete Straßenverbindungen mit entsprechend hoher Verkehrsbelastung eingestuft werden, gleichzeitig aber insgesamt neun bestehende Ampelanlagen entlang beider Straßen bereits vorhanden wären. Und: Aufgrund der überwiegend geraden Straßenführung seien gute Sichtverhältnisse gegeben. Außerdem entstünden durch die vorhandenen Ampeln regelmäßig Lücken im Verkehrsfluss, die ein Überqueren der Fahrbahn auch außerhalb der Lichtsignalanlagen ermöglichten.


Darüber hinaus verweist der Senat auf bereits geplante Verbesserungen. So sollen auf Höhe der Kita „freiundgeborgen“ am Hultschiner Damm 25 sowie des Netto-Marktes am Hultschiner Damm 204 bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Außerdem seien im Rahmen des geplanten zweigleisigen Straßenbahnausbaus sowie weiterer Infrastrukturprojekte zusätzliche Ampelanlagen unter anderem an der Treskowstraße, Fritz-Reuter-Straße, Pestalozzistraße, am Bahnhof Mahlsdorf und an der Elsenstraße vorgesehen. Ein konkreter Zeitplan wird jedoch nicht genannt.


Für mehrere Haltestellen entlang des Hultschiner Damms und der Hönower Straße, darunter Eichenhofweg, Bruchsaler Straße, Bütower Straße, Linderhofstraße und Karlshafener Straße, sieht der Senat derzeit keine kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen. Mittelinseln seien aufgrund der Fahrbahnbreiten nicht realisierbar. Zusätzliche Ampeln kämen nur bei einer nachgewiesenen besonderen Gefahrenlage infrage. Diese sehe der Senat aufgrund der guten Sichtverhältnisse derzeit nicht.


Für die Grünen reichen diese Aussagen nicht aus. In einer Pressemitteilung werfen sie dem Senat vor, die Menschen in Mahlsdorf zu vertrösten, anstatt kurzfristig für mehr Sicherheit zu sorgen. Besonders kritisch bewertet die Partei die Einschätzung, wonach die vorhandenen Verkehrslücken zwischen den Fahrzeugen ein sicheres Queren ermöglichten. Die Mahlsdorfer Grünen bezeichnen diese Sichtweise als lebensfremd. Gerade Kinder, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigungen könnten sich nicht auf Lücken im fließenden Verkehr verlassen. „Die Antwort zeigt ein Grundproblem der Berliner Verkehrspolitik: Die Probleme sind bekannt, gehandelt wird aber erst irgendwann in der Zukunft. Wer heute zu Fuß unterwegs ist, kann sich von Prüfaufträgen und Planungen nichts kaufen“, erklärt Manuela Neubert, die bei der Berlin-Wahl am 20. September als grüne Direktkandidatin für den Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf antritt.


Auch der Stefan Ziller (tritt bei der Wahl nach 15 Jahren im Abgeordnetenhaus nicht mehr an) fordert mehr Tempo bei der Umsetzung. „Wer den Umweltverbund stärken will, muss dafür sorgen, dass Menschen sicher zu Bus und Straßenbahn gelangen. Sichere Querungen sind keine Nebensache, sondern eine Grundvoraussetzung für eine moderne und gerechte Verkehrspolitik.“


Die Grünen verweisen außerdem auf eine Bürgerpetition für zusätzliche Querungsmöglichkeiten am Hultschiner Damm („Alles Mahlsdorf“ berichtete), die bereits von mehr als 800 Menschen unterstützt werde. Der Senat erklärte in seiner Antwort allerdings, dass ihm diese Petition bislang nicht bekannt gewesen sei. Dem Bezirksamt seien entsprechende Forderungen hingegen bekannt; Vorschläge würden regelmäßig an die Senatsverwaltung zur Prüfung weitergeleitet.

Die Hönower Straße ist eine der meistbefahrensten Straßen Mahlsdorfs, gerade im Berufsverkehr ist sie für Fußgänger teilweise mehrere Minuten nicht passierbar (KI-generiert).

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