„Mit uns hat keiner gesprochen“: Mahlsdorfer Möbel-Unternehmen erfuhren durch Berichterstattung von Abriss

Die geplante Neuentwicklung des Roller-Areals an der B1, über die „Alles Mahlsdorf“ in der vergangenen Woche berichtete, sorgt bei den betroffenen Unternehmen für Überraschung. Bemerkenswert: Mit dem Möbelgeschäft „Rahaus“ etwa  habe bislang niemand über die Zukunft des Standorts gesprochen. Weder der Eigentümer beziehungsweise Vermieter des Grundstücks noch das Bezirksamt hätten „Rahaus“ über die Planungen informiert.

 

Auf dem rund 4,9 Hektar großen Gelände soll ein neues Wohn- und Geschäftsquartier entstehen. Entlang der B1 soll sich demnach künftig eine „Handwerkermeile“ befinden, angedacht sind mehrere einzelne Gebäude mit gewerblichen Nutzungen im Erdgeschoss. Oberhalb der Gewerbeflächen entstehen Wohnungen. Die dahinterliegende Wohnbebauung orientiert sich in Richtung Waldowpark an der bestehenden Siedlungsstruktur Mahlsdorfs. Um das Projekt zu realisieren müssten jedoch das Gartencenter des alten OBI-Baumarkts, die Möbelhäuser „Swiss Sense“, „Multipolster“, „Roller“ und „Rahaus“ abgerissen werden.

 

Dessen Geschäftsführer Roman Rahaus zeigt sich gegenüber „Alles Mahlsdorf“ von den Entwicklungen überrascht. Von der Neuplanung des Standorts habe das Unternehmen nach eigener Aussage bislang nichts gewusst. „Wir erfuhren es über Ihr Nachrichtenportal“, so Rahaus. Welche konkreten Folgen das Projekt für den Standort haben könnte, lässt sich nach Angaben des Geschäftsführers derzeit noch nicht abschätzen. Der Mietvertrag laufe weiterhin. Langfristig müsse man sich allerdings darauf einstellen, dass das Gebäude möglicherweise aufgegeben werden muss.

 

„Schlecht für uns – gut für den angespannten Wohnungsmarkt“, beschreibt Rahaus die Situation. Einerseits würde der mögliche Verlust des Standorts das Unternehmen treffen, andererseits erkennt Rahaus den grundsätzlichen Bedarf an neuem Wohnraum in Berlin an. Trotz der unmittelbaren Betroffenheit durch die geplanten Veränderungen sieht er die mögliche Entwicklung des Areals nicht ausschließlich kritisch. Der Geschäftsführer verweist darauf, dass auch das eigene Geschäft vom Beton-Boom in Berlin profitiert. „Letztlich leben auch wir von einer starken Bautätigkeit in der Stadt: Ohne neue Wohnungen können wir keine neuen Möbel verkaufen“. Konkrete Überlegungen für einen Ersatzstandort gibt es derzeit noch nicht. Dafür seien die Informationen über die geplante Entwicklung schlicht zu frisch. Zunächst müsse man mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen und klären, ob und wann die Immobilie tatsächlich abgerissen werden soll.

 

Sollte das Mahlsdorfer Möbelhaus eines Tages tatsächlich aufgegeben werden müssen, sieht Rahaus die Beschäftigten nicht unmittelbar vor dem Aus. „Wir haben sehr motivierte und kompetente Mitarbeiter vor Ort. Und wir werden allen Mitarbeitern eine Stelle an einem anderen Standort anbieten.“ Eine kurzfristige Schließung des Möbelmarktes steht nach Angaben des Unternehmens ohnehin nicht bevor. Solange der Mietvertrag besteht und der Vermieter nicht kündigt, soll der Geschäftsbetrieb weiterlaufen. „Wenn es nach uns geht, bleibt der Standort bis zur Kündigung  bestehen“, so Rahaus.

Ähnlich dürften es auch die anderen Möbel-Unternehmen sehen. „Roller“ teilte „Alles Mahlsdorf“ mit, dass man sich zu möglichen Entwicklungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern wolle, „Swiss Sense“ und „Multipolster“ reagierten auf Anfrage bislang nicht.

So soll das neue Areal nach der Fertigstellung aussehen. Weitere Visualisierungen gibt es in unserem Beitrag vom 3. August. Bild: Architekturbüro Mila
Das heutige Roller-Areal aus der Vogelperspektive
Auch die Möbelhäuser "Rahaus" und "Multipolster" an der B1 in Mahlsdorf müssten den Neuplanungen weichen.

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