Das hochpreisige Wohnungsbauprojekt N48 Apartments in Mahlsdorf („Alles Mahlsdorf“ berichtete) gerät ins Stocken. Für das Bauvorhaben in der Neuenhagener Straße 48/49 prüft die Bauaufsicht derzeit nicht nur einen Baustopp, sondern auch einen möglichen Rückbau bereits errichteter Bauteile.
Beim Projekt des Entwicklers Casa Nova sind mehr als 60 Eigentumswohnungen mit ein bis drei Zimmern und Wohnflächen zwischen rund 29 und 68 Quadratmetern geplant. Die Kaufpreise beginnen bei etwa 182.000 Euro für die kleinste Wohnung und reichen bis rund 466.000 Euro für eine Drei-Zimmer-Wohnung. Damit liegen die Quadratmeterpreise bei knapp 7.000 Euro. Entstehen soll hochwertiger Wohnraum auf dem Grundstück hinter dem Burger-King-Standort an der B1 sowie dem inzwischen geschlossenen OBI-Baumarkt. Beworben werden die Wohnungen unter anderem mit bodentiefen Fenstern, Echtholzparkett, großformatigen Fliesen, Fußbodenheizung, bodengleichen Duschen, Markensanitärausstattung, Aufzügen, Balkonen, Terrassen, Privatgärten und einer Tiefgarage.
Für Aufmerksamkeit sorgte das Projekt zuletzt in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf. Dort erklärte die für Bauen zuständige Bezirksstadträtin Heike Wessoly (CDU) wörtlich, dass die Bauaufsichtsbehörde Mitte Juni „die Einstellung der Bauarbeiten, einen Baustopp angeordnet“, habe. Als Grund nannte sie Abweichungen in einzelnen Punkten zwischen der tatsächlichen Bauausführung und den genehmigten Unterlagen, also den Festsetzungen des Bebauungsplans. Die Aussagen fielen im Zusammenhang mit Einwohneranfragen in der BVV. Bürger hatten wissen wollen, warum die Nachbarschaft vor Beginn des Projekts nicht informiert oder beteiligt worden sei. Dazu stellte Wessoly klar, dass ein Vorhabenträger gesetzlich nicht verpflichtet sei, Anwohner vorab zu informieren oder zu beteiligen.
Nach Recherchen von „Alles Mahlsdorf“ hat sich die Situation inzwischen weiterentwickelt. Auf Anfrage teilte die Pressestelle des Bezirksamts mit, dass derzeit geprüft werde, ob für das Bauvorhaben in der Neuenhagener Straße ein Baustopp durchzusetzen ist. Zunächst müsse der Bauherr angehört werden. Dessen Stellungnahme werde in die Bewertung des Sachverhalts einbezogen. Sollte ein Baustopp angeordnet werden, würde dieser nach Angaben des Bezirksamts das Obergeschoss betreffen. Darüber hinaus werde geprüft, ob ein Rückbau einzelner Bauteile erforderlich werden könnte. Nach Angaben der Pressestelle befindet sich der Vorgang derzeit erneut in der Prüfung durch die Bauaufsicht. Ein abschließendes Ergebnis liege noch nicht vor, man befinde sich weiterhin in Gesprächen.





