Im Wohngebiet Theodorpark in Mahlsdorf wird es am kommenden Sonntag wieder grün und gesellig. Bereits zum siebten Mal laden Anwohnerinnen zum Pflanzenbasar an der Ecke Ellaweg/Laraweg ein. Zwischen 14 und 16 Uhr dreht sich dort alles um Tomaten- und Gemüsepflanzen – und um Solidarität.
Was klein begann, hat sich inzwischen zu einer festen Größe im Kiez entwickelt. Neben einer großen Auswahl an vorgezogenen Jungpflanzen erwartet die Besucherinnen und Besucher auch ein Kuchenbuffet auf Spendenbasis. Der Erlös kommt vollständig dem Berliner Projekt „Welcome Baby Bags“ zugute. Die Initiative unterstützt Frauen und Familien, die von Flucht, Wohnungslosigkeit, Krankheit oder finanziellen Belastungen betroffen sind, mit Erstausstattungstaschen für Neugeborene. Diese enthalten unter anderem Hygiene- und Pflegeprodukte für Mutter und Kind sowie erste Kleidung für einen gelingenden Neustart.
Ins Leben gerufen wurde der Basar von Christiane Krotki. Sie betreibt eine Praxis für Ergotherapie und Spiraldynamik am Hultschiner Damm, zieht den Großteil der Pflanzen gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten dort vor. „In diesem Jahr nehmen rund 360 Tomatenpflanzen einen ganzen Behandlungsraum ein“, lacht Krotki. Und weiter: „Bei gutem Wetter werden sie tagsüber auf die Dachterrasse gebracht.“ Ein logistischer Kraftakt, der längst Teil des Praxisalltags geworden ist.
Unterstützung kommt aus der Nachbarschaft. Andere Anwohnende und Patient:innen helfen beim Vorziehen weiterer Pflanzen, backen Kuchen oder organisieren mit. Mittlerweile kümmert sich ein fester Kern aus vier Frauen um die Planung und Durchführung der Veranstaltung. Besonderen Wert legen die Organisatorinnen auf die Qualität der Pflanzen: Das Saatgut ist biologisch und nicht hybrid. Das bedeutet, dass Käuferinnen und Käufer aus den geernteten Tomaten in einem nachhaltigen Kreislauf selbst wieder Samen für das nächste Jahr gewinnen können.
Mit jedem Jahr wächst die Veranstaltung ein Stück weiter – nicht nur in der Zahl der Pflanzen, sondern auch im Zusammenhalt der Beteiligten. Der Pflanzenbasar im Theodorpark ist damit längst mehr als ein Treffpunkt für Hobbygärtner: Er ist ein Beispiel dafür, wie Nachbarschaftshilfe konkret aussehen kann.„





