Neue Leitung, neuer Name, neues Konzept: An der Freien Schule in Mahlsdorf soll alles anders werden

Letztlich konnte es keine andere Konsequenz geben: Nach den durch einen WDR-Film öffentlich gewordenen Verbindungen von Schulleitung und Geschäftsführung der Freien Schule am Elsengrund zu einem bekennenden Holocaust-Leugner traten Ende März eben jene Schulleiterin sowie der Geschäftsführer zurück („Alles Mahlsdorf“ berichtete). Zu groß war der öffentliche Druck geworden, auch intern ging man auf die Barrikaden. Laut „Tagesspiegel“ legten Lehrer bei einer Sitzung dem Geschäftsführer ein Foto vor, auf welchem er gemeinsam mit dem Holocaust-Leugner auf einer Neonazi-Demo in Bielefeld zu sehen ist. Auch bestätigten die Nachfolger der Zurückgetretenen, dass in der Vergangenheit eine angemessene Kommunikationsstruktur im Schulalltag unterbunden wurde, demokratische Strukturen fehlten, die Schulleitung Unterrichtsinhalte selektierte (so sollen das Tagebuch von Anne Frank sowie jüdische Dichter tabu gewesen sein), Eltern nicht in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einbezogen wurden und es zum Teil willkürliche Personalentscheidungen und undurchsichtige Entlohnungsstrukturen gegeben habe.

Nun soll an der Mahlsdorfer Schule alles anders werden, dass schulintern offenbar gesponnene Netzwerk mit rechtsextremem Weltbild aufgelöst werden. „Wir werden die Schulorganisation anpassen, Unterrichtsinhalte erweitern, andere Kommunikationswege gehen und Eltern und Schüler stärker in das Schulleben einbinden“, so Susann Zittlau, die neue Geschäftsführerin der gemeinnützigen Trägergesellschaft. Und weiter: „Zudem haben wir uns für eine externe, professionelle Begleitung der Veränderungsprozesse in Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulaufsicht entschieden.“ Mit Tatiana Weber gibt es eine neue Schulleiterin, noch im April soll die Schule außerdem einen neuen Namen erhalten. Damit soll der Wandel auch nach außen hin sichtbar gemacht werden. Der ehemaligen Schulleiterin sowie dem ehemaligen Geschäftsführer wurde ein Hausverbot erteilt.

Dem Träger, der Lehrerschaft und den Eltern der Schule ist nach eigener Aussage bewusst, dass für ein Wiederherstellen des arg ramponierten Images viel Arbeit und noch einige Überraschungen bevorstehen. Susann Zittlau: „Aber wir sind motiviert und willens, diesen Weg der grundsätzlichen Erneuerung zu gehen, um für die Kinder der Schule wieder einen hochqualitativen und menschlichen Lern- und Lebensraum zu erschaffen und für das Kollegium einen Ort, der es unterstützt, mit Liebe und Freude zu wirken.“

Hier unsere älteren Berichte zum Thema:

28. März: Leiterin und Geschäftsführer von Freier Schule in Mahlsdorf treten zurück: https://alles-mahlsdorf.de/nach-vorwuerfen-leiterin-und-geschaeftsfuehrer-von-freier-schule-in-mahlsdorf-treten-zurueck/
14. März: Holocaustleugner hier Seminar für Lehrer an Mahlsdorfer Schule:https://alles-mahlsdorf.de/holocausleugner-und-rechtsextremist-hielt-seminar-fuer-lehrer-an-mahlsdorfer-schule/
28. Januar: Schwere Vorwürfe: Was ist los an der Freien Schule am Elsengrund? https://alles-mahlsdorf.de/schwere-vorwuerfe-in-tv-bericht-was-ist-los-an-der-freien-schule-in-mahlsdorf/

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