Der Fußball-Weltmeister ist gerade erst gekürt, da rollt in Berlin bereits wieder der Ball. Mit dem Auftakt der neuen Regionalliga-Saison beginnt für die Vereine der Hauptstadt und Brandenburgs der Viertliga-Alltag. Zum Start muss der BFC Dynamo beim Aufstiegsaspiranten Rot-Weiß Erfurt antreten, während der FSV 63 Luckenwalde den Vorjahresmeister Lok Leipzig empfängt. Beide Partien werden am Freitag angepfiffen.
Zwei Begegnungen, auf die auch Tino Loest mit besonderem Interesse blickt. Der erste Vorsitzende von Eintracht Mahlsdorf verfolgt die Regionalliga in diesen Tagen jedoch nicht nur als Vereinsfunktionär und Fan. Vor einigen Monaten sicherte sich der 40-Jährige die Rechte an der traditionsreichen Fußballwoche (FuWo), die bis zu ihrer Einstellung Ende letzten Jahres seit mehr als 103 Jahren den Berliner und Brandenburger Fußball begleitete. Seit einigen Wochen läuft eine groß angelegte Crowdfunding-Kampagne, mit der die Kultzeitung wiederbelebt werden soll.
Die Aktion befindet sich inzwischen auf der Zielgeraden. Noch sieben Tage bleiben, exakt eine Woche, bleiben, um das Finanzierungsziel zu erreichen. Knapp 85.000 Euro sind bereits zusammengekommen, rund 15.000 Euro fehlen noch bis zur angestrebten Marke von 100.000 Euro.
„Die Regionalliga ist unsere Champions League“, sagt Tino Loest. Und die startet am Freitag. Der Saisonauftakt in der vierten Liga soll den entscheidenden Schub bringen, um die magische Grenze zu knacken. Die 100.000 Euro seien „unser Minimalziel zur Rettung der FuWo“, so Loest. Tatsächlich spricht der Mahlsdorfer inzwischen kaum noch von einer Rettung. Vielmehr zeigt er sich überzeugt, dass das Crowdfunding erfolgreich endet. Seine Botschaft formuliert er inzwischen selbstbewusst: „Wir bringen die FuWo zurück.“
Während der vergangenen Wochen wartete das neu formierte Redaktionsteam keineswegs untätig auf den Abschluss der Kampagne. Hinter den Kulissen wurde intensiv an den künftigen Inhalten gearbeitet. So entstand bereits eine Spezialausgabe. Gemeinsam mit dem Berliner Fußball-Verband sucht die FuWo zudem Berlins Fußballer (mit Nils Stettin steht ein Mahlsdorfer zur Auswahl) und Fußballerinnen des Jahres. Auch vor Ort war das Team bereits aktiv. Bei Testspielen, unter anderem beim Duell zwischen Lichtenberg 47 und Hertha BSC, entstanden atmosphärische Videoeindrücke für die sozialen Netzwerke.
Hinzu kommen Interviews, beispielsweise mit der in Berlin geborenen ghanaischen Nationalspielerin Josephine Bonsu, die aktuell für den FC Carl Zeiss Jena aufläuft. Außerdem wurden Berlins beste Fußballkneipen vorgestellt sowie die Chancen der Berliner und Brandenburger Vereine in der kommenden Regionalliga- und Oberliga-Saison analysiert. Prominente Unterstützung erhielt die Crowdfunding-Kampagne unter anderem von verschiedenen Influencern, von Union-Legende Torsten Mattuschka, der sich selbst seit mehr als 20 Jahren als treuer FuWo-Leser bezeichnet, sowie von Bundesliga-Schiedsrichter Daniel Siebert.
Wer seinen Beitrag „auf den letzten Metern“ zur Wiederbelebung der traditionsreichen Fußballwoche leisten möchte, kann die Crowdfunding-Kampagne auf Startnext unterstützen: Hier klicken





