Spagat zwischen Stadtrand und Stillstand: Wie schnell Busse und Tram in Mahlsdorf wirklich sind

Berlin diskutiert seit Jahren über die Leistungsfähigkeit seines öffentlichen Nahverkehrs. Eine aktuelle Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Abgeordneten Kristian Ronneburg liefert nun konkrete Zahlen. Das Ergebnis: In Mahlsdorf geht es, wenig verwunderlich, deutlich flotter voran als im Zentrum. „Alles Mahlsdorf“ zeigt die Zahlen für Busse und Tram in unserem Ortsteil.


Linie 195 etwa, eine der meistgenutzten Linien in Mahlsdorf, die vom Bahnhof über Hellersdorf bis zum S-Bahnhof Marzahn führt, legt auf knapp 14 Kilometern Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,7 km/h im Jahr 2024 und 18,8 km/h im Jahr 2025 vor. Für Berliner Verhältnisse ist das ein solider Wert. Noch etwas schneller ist die Linie 398, die Mahlsdorf über Kaulsdorf mit dem Elsterwerdaer Platz verbindet. Auf 9,3 Kilometern erreicht sie rund 20,6 km/h. Ähnlich effizient zeigt sich die ringförmig verkehrende Linie 395: Sie führt vom Bahnhof Mahlsdorf über Hönow und zurück – und kommt auf 21,2 km/h bei 12,6 Kilometern Streckenlänge.


Den Spitzenwert unter den genannten Linien erreicht jedoch die Buslinie 108. Sie verbindet den S- und U-Bahnhof Lichtenberg mit Mahlsdorf-Süd und dem brandenburgischen Waldesruh. Auf 13,5 Kilometern fährt sie im Schnitt 22,6 km/h – ein Tempo, das im Berliner Busverkehr eher die Ausnahme als die Regel ist. Auch der Nachtbus N95, der sich grob an der Strecke der Linie 398 orientiert, ist mit rund 19,5 km/h auf 3,6 Kilometern vergleichsweise zügig unterwegs.


Anders sieht es bei der Straßenbahnlinie 62 aus. Sie verbindet Mahlsdorf mit Köpenick und ist mit knapp 25 Kilometern die längste der betrachteten Linien. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit liegt im Jahr 2025 bei 18,5 km/h – ein Wert, der zwar hinter einigen Buslinien zurückbleibt, aber angesichts dichterer Haltestellenabstände und Mischverkehrs nicht überrascht.


Die Zahlen aus Mahlsdorf zeigen vor allem eines: Lage entscheidet. Während Busse am Stadtrand vergleichsweise flüssig verkehren können, kämpfen Linien im Zentrum mit Staus, engen Straßen und dichter Taktung. Ein drastisches Beispiel liefert eine Innenstadtlinie zwischen Ostbahnhof und Wedding. Dort liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei lediglich 13,1 km/h – kaum mehr als ein zügiges Joggingtempo.

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