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Wechsel-Verbot, Saison-Verlängerung, Kinder bleiben in Jahrgängen: Eintracht Mahlsdorf legt Fußball-Verband Konzept für Neustart vor

Seit Anfang Dezember ruht der Ball für Mahlsdorfs kleine und große Fußballer. Wann es weitergehen kann ist völlig ungewiss, auch wenn der Berliner Senat einen Öffnungsplan entwickelt hat, der es Kindern bis 12 Jahren in Gruppen bis maximal zehn Personen ermöglichen soll, unter freiem Himmel wieder gemeinsam Sport zu treiben – selbst wenn die Inzidenz den Wert von 50 übersteigt. Am kommenden Mittwoch, wenn die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder wieder über den Fortgang des Corona-Lockdowns beraten, soll über diese Vorschläge diskutiert werden.

Soweit das große Ganze. Im Kleinen hat Eintracht Mahlsdorf, mit 600 Mitgliedern der größte Verein in unserem Ortsteil, selbst ein Konzept für den Re-Start des Berliner Fußballs erarbeitet. Dieses wurde an den Berliner Fußball-Verband sowie andere Berliner Vereine gesandt, da in den kommenden Wochen zahlreiche Videokonferenzen zum Thema Neustart und Weiterführung der Saison stattfinden. „Wenn man sich die Berliner Spielklassen unterhalb der Berlin-Liga anschaut, sind nicht einmal ein Viertel der Saison absolviert. Viele Berliner Vereine wollen für die laufende und die kommende Saison Planungssicherheit. Viele Spieler*Innen vermissen ihren Sport nun mehr als ein Jahr“, so André Ambach, Geschäftsstellenleiter der Eintracht. „Alles Mahlsdorf“ liegt das Konzept vor.

Verlängerung der Saison für Jugendliche. Der Vorschlag der Verantwortlichen der Eintracht: Die Spielzeit 2020/21 wird unterbrochen und in die Saison 2021/22 übernommen. Somit könnten die erfolgten Spiele dieser Saison in die Wertung der kommenden einfließen. Ambach: „Man würde nicht zusätzlich eine weitere Saison kaputt machen und könnte sogar mit einer Hin- und Rückrunde planen. Man wäre zudem flexibler, da niemand weiß, ob nicht im Herbst oder Winter wieder eine Zwangspause erfolgen muss.“

Und bei den Erwachsenen? Selbiges könnte für den Herren- und Seniorenbereich angewendet werden. Denn dort haben, abgesehen von der Berlin-Liga, alle Mannschaften erst zwischen drei und fünf Spieltagen absolviert. Mit dem Mahlsdorfer Konzept würde man am Ende der Saison 2021/22 eine sportliche Lösung mit „gerechten“ Auf- und Absteigern finden.

Weiterführung der Berlin-Liga. Etwas anders sieht die Lage in Berlins höchster Spielklasse, der Berlin-Liga, aus. In dieser haben alle Vereine bereits zwischen acht und zwölf Spieltage absolviert. Auch hier könnte die oben genannte Variante eine Lösung darstellen. Aber: Benötigt der Nordostdeutsche Fußballverband, der für die überregionale Oberliga zuständig ist, zum 30. Juni 2021 einen Aufsteiger aus der Berlin-Liga, soll dies nach dem Konzept der Tabellenführer der Berlin-Liga zu diesem Zeitpunkt sein. Im Moment wäre Eintracht Mahlsdorf der Aufsteiger, würde dann auch gegen Mannschaften aus Greifswald, Neustrelitz oder Rostock antreten.

Neue Strukturierung der Jahrgänge für Kinder und Jugendliche: Die Doppeljahrgänge erhalten eine neue U-Bezeichnung. Der Spielausschuss kann somit auf die Pläne der unterbrochenen Saison zurückgreifen und neu terminieren. Die Spielerlisten bleiben fixiert. Die A-Junioren (Jahrgänge 2002/2003) erhalten demnach die Bezeichnung U20/U19, die B-Junioren (2004/2005) die Bezeichnung U18/U17 usw. Der Hintergrund: In den verschiedenen Altersklassen wird ein bestimmter Entwicklungsstand vorausgesetzt. „Dieser kann ohne das ausgefallene Training kaum bis gar nicht aufgeholt werden“, so André Ambach. Nach dem Mahlsdorfer Konzept wechseln die Kinder also nicht in einen höheren Jahrgang, sondern verbleiben trotz eigentlich überschrittener Altersgrenze im bisherigen, auch die Spielklasse ändert sich nicht. Besonders notwendig sieht das das Konzept für die A-Junioren. Diese Spieler müssten im Sommer in den Herrenbereich wechseln, „ohne bestmöglich vorbereitet zu sein, auch hier sehen wir die Gefahr viele Spieler*Innen verlieren“, so das Konzept. André Ambach: „Besonders der Jahrgang 2002 hatte keine Möglichkeit sich in der Spielklasse zu entwickeln. Wir sehen die Gefahr, dass eben dieser Jahrgang der Pandemie zum Opfer fällt. Allein die fußballspezifische Ausdauer mit der Spielzeit von 2 x 45 Minuten konnte in Summe nur ein Dreivierteljahr praktiziert werden. Wie sollen die Jugendlichen den Herausforderungen des Herrenbereichs gewachsen sein?“ In der Verlängerung der Jugendspielzeit sehen die Verantwortlichen gerade für diese Spieler*Innen eine Chance. Zur Saison 2022/23 könnte eine Rückkehr zu den alten Strukturen erfolgen.

Spielerwechsel: Das Mahlsdorfer Konzept sieht außerdem vor, Vereinswechsel von minderjährigen Spieler*Innen zu verbieten bzw. nur in Nachwuchsleistungszentren von Profi-Vereinen zu gestatten. Die Wechselfrist soll weiterhin ausgesetzt bleiben und Verstöße mithilfe von Sperren und Bußgeldern belegt werden.

Weniger Auswahl-Maßnahmen: Eintracht Mahlsdorf fordert eine „deutliche Reduzierung der Auswahlmaßnahmen durch den DFB in den Stützpunkten sowie der des Berliner Fußball Verbandes“. Unsere Ansicht nach berauben wir den Spieler*Innen sich bestmöglich zu entwickelnd und sich zu präsentieren und gleiche Förderung zu erhalten wie die Jahrgänge zuvor. Bereits vor der Pandemie war die Leistungsdifferenzierung zwischen den einzelnen Stützpunkten immens, wir sehen hier das die Schere noch weiter auseinander gehen wird.

Hier unsere älteren Artikel zum Thema:

22. Januar Eintracht Mahlsdorf und Union Berlin unterzeichnen Kooperationsvertrag: https://alles-mahlsdorf.de/partnervereine-eintracht-mahlsdorf-und-union-berlin-unterzeichnen-kooperationsvertrag/

Mahlsdorf LIVE - Wechsel-Verbot, Saison-Verlängerung, Kinder bleiben in Jahrgängen: Eintracht Mahlsdorf legt Fußball-Verband Konzept für Neustart vor

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