Eigentlich war alles für drei Punkte für Eintracht Mahlsdorf bereitet. Herrlichstes Fußballwetter. Ein Gegner ohne jeden Wettkampf im Jahr 2026. Selbstvertrauen aus dem Last-Minute-Sieg gegen die TSG Neustrelitz. Leider zieht das Wörtchen „eigentlich“ eine Einschränkung, wenn nicht gar Verneinung, nach sich. Und so kam es für die Lilanen. Statt einem Auswärtssieg gab es am Samstagnachmittag nur eine Nullnummer bei Optik Rathenow.
Bei strahlendem Sonnenschein trennten sich der abstiegsgefährdete Gastgeber und Eintracht Mahlsdorf im Stadion Vogelsang torlos 0:0. Für die Gäste aus Mahlsdorf ist das Remis im Kampf um einen Spitzenplatz in der NOFV-Oberliga ein spürbarer Dämpfer, während Rathenow den Punktgewinn im Abstiegskampf wie einen kleinen Sieg feierte. Als Tabellendritter angereist, wollte die Eintracht den Druck auf die Spitzenteams von Tasmania Berlin und Lichtenberg 47 (spielen am Sonntag gegeneinander) erhöhen. Doch gegen leidenschaftlich verteidigende Gastgeber fand das Team von Trainer Karsten Heine über 90 Minuten kaum Mittel. Zwar bemüht, doch ohne Tempo und Präzision im letzten Drittel, blieb die Offensive erstaunlich harmlos.
Rathenow suchte gewann viele entscheidende Zweikämpfe, stand kompakt und ließ kaum klare Torchancen zu. Was doch einmal in Tornähe kam, wurde mit großem Einsatz geklärt. Für Optik war es das erste Pflichtspiel im Jahr 2026 – von fehlender Frische war jedoch nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die Hausherren wirkten hellwach und präsent in den direkten Duellen. Da half es auch nicht, dass Heine früh versuchte, neue Impulse zu setzen. Noch vor der Halbzeit musste Jerome Scholz verletzungsbedingt vom Feld, für ihn kam der pfeilschnelle Willi Noack, der über die Außen für Belebung sorgen sollte. Zur Pause brachte der erfahrene 70-Jährige zudem Justin Reichstein, später folgten Ben Wagner und Mohamed El-Ahmar.
Die personellen Wechsel zeigten zwar den Willen, das Spiel an sich zu reißen, doch es fehlte weiterhin an klaren Abschlüssen und kreativen Momenten. Rathenow verteidigte diszipliniert, verschob gut und ließ Mahlsdorf nicht zur Entfaltung kommen. Nach dem Schlusspfiff vor etwas mehr als 150 Zuschauern überwog bei Rathenow die Zufriedenheit. Gegen den Tabellendritten einen Punkt mitzunehmen, wird im Abstiegskampf als Erfolg gewertet. Entsprechend lobte man auf Gastgeberseite vor allem die eigene kämpferische Leistung und die mannschaftliche Geschlossenheit.
Ganz anders die Stimmung bei Eintracht Mahlsdorf. Dort dürfte man zwei verlorenen Punkten nachtrauern. Im Rennen um die Tabellenspitze bedeutet das 0:0 einen Rückschlag – und die Erkenntnis, dass Leidenschaft und defensive Stabilität manchmal schwerer wiegen als spielerische Ambitionen.
Vielen Dank an Tino Adamski für die Fotos aus Rathenow!





