Richtfest in der Bisamstraße: Eines der größten Wohnungsbauprojekte im Bezirk wächst

Das Berliner Wohnungsunternehmen „degewo“ hat am Dienstag  Richtfest für eines der größten Wohnungsbauprojekte im Bezirk Marzahn‑Hellersdorf gefeiert. Entlang der Bisamstraße in Mahlsdorf entstehen auf einem rund zehn Hektar großen Areal insgesamt 248 neue Mietwohnungen. Doch es bleiben Fragen und Kritik.


Der neue Kiez wird in nachhaltiger Holz‑Hybrid‑Bauweise errichtet, die Rohbauarbeiten der ersten Gebäude sind abgeschlossen.Das entstehende Wohnquartier umfasst insgesamt 35 Gebäude, die sich aus 27 Stadtvillen mit jeweils acht Wohnungen sowie acht Reihenhausgebäuden mit jeweils vier Wohneinheiten zusammensetzen. Die zweigeschossigen Gebäude mit zusätzlichem Staffelgeschoss orientieren sich laut degewo an ortstypischen Stadtvillen. Auch entstehen 136 geförderte und 108 barrierearme Wohnungen.


Gleichzeitig entwickelt die „degewo“ nach eigener Aussage ein nachbarschaftliches Umfeld, das unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen berücksichtigt. Neben Wohngebäuden entstehen großzügige Grünflächen, Mietergärten und Aufenthaltsbereiche sowie Spielplätze und Stellplätze für Autos und Fahrräder. Ergänzt wird die soziale Infrastruktur durch die bereits bestehende Kita „Grashüpfer“ mit 80 Plätzen. Auch an der vor einigen Wochen eröffneten Gemeinschaftsschule in der Landsberger Straße sowie an einer geplanten Jugendfreizeiteinrichtung beteiligt sich das Unternehmen. Darüber hinaus werden 51 unbebaute Pachtgrundstücke im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt, die privaten Bauherren die Möglichkeit bieten, eigene Einfamilienhäuser zu realisieren.


Im Rahmen des Richtfestes betonte Pascal Atzert, Vorstandsmitglied der degewo, die Bedeutung des Projekts für Mahlsdorf: „Hier entsteht Wohnraum für viele Menschen, die in Mahlsdorf leben oder hierherziehen möchten. Bezahlbares und barrierearmes Wohnen sowie nachhaltige Bauweisen sind die zentralen Leitlinien unseres Handelns.“ Auch Stephan Machulik, SPD-Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, hob die Relevanz des Neubaus hervor: „Dieses Quartier zeigt, dass Klimaschutz und sozial orientierter Wohnungsbau hervorragend zusammenpassen. Mit Projekten wie diesem schaffen wir nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern setzen zugleich ein Zeichen dafür, dass nachhaltige Bauweisen und bezahlbare Mieten kein Widerspruch sind.“


Ein Schwerpunkt des Neubauvorhabens liegt auf einer energieeffizienten und ressourcenschonenden Versorgung. Die Gebäude werden im Effizienzhaus‑40‑Standard errichtet und erhalten eine besonders leistungsfähige Gebäudehülle. Die Energieversorgung erfolgt über Geothermie; zusätzlich kommen Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung zum Einsatz. Die Fertigstellung des Quartiers ist für den Sommer 2027 geplant. Die geförderten Wohnungen werden zu einer Einstiegsmiete von 7 Euro pro Quadratmeter nettokalt angeboten.


Mit dem Richtfest rückt das neue Wohnquartier nun einen entscheidenden Schritt näher daran, ein neues Zuhause für viele Menschen in Mahlsdorf zu werden. Und genau dort setzt die Kritik an. Unter anderem wird von vielen bereits in der Gegend wohnenden Menschen der mutmaßlich immer stärkende Autoverkehr bemängelt. Sowohl die Stralsunder Straße, die Titzianstraße oder auch die Schongauerstraße sind für den Individualverkehr von mehreren hundert Menschen nicht ausgelegt. Die nächste Bushaltestelle ist selbst für schnelle Geher mehr als eine viertel Stunde entfernt, nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten befinden sich fußläufig erreichbar nur am S-Bahnhof Birkenstein oder einem Supermarkt in der Dahlwitzer Straße.

So sollen die Neubauten in der Bisamstraße nach Fertigstellung aussehen.

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