Premiere mit Glück geglückt: Eintracht Mahlsdorf gewinnt erstes Samstag-Heimspiel

Das erste Heimspiel der neuen Oberliga-Saison von Eintracht Mahlsdorf, das aufgrund des Kompromisses rund um das Trommelverbot erstmals an einem Samstag und damit nicht wie jahrzehntelang gewohnt an einem Sonntag ausgetragen wurde, endete mit einem 1:0-Sieg. Ein gutes Omen, zumal die Lilanen ohne Gegentor blieben. Allerdings war bei dem knappen Erfolg auch eine gehörige Portion Dusel dabei.

Neuzugang Etienne Nikol (24) brachte es nach der Partie auf den Punkt. „Wir haben dreckig 1:0 gewonnen. Der Sieg ist aber das Wichtigste“, sagte er in den sozialen Netzwerken des Vereins. Dabei sah es in den ersten 20 Minuten zunächst überhaupt nicht danach aus, als würde die Partie zu einer derart engen Kiste werden. Mahlsdorf hatte das Geschehen gut im Griff, spielte trotz der enormen Hitze konzentriert und erarbeitete sich mehrere gute Möglichkeiten. Die Mannschaft von Trainer Karsten Heine (71) hätte durchaus früh in Führung gehen können.

Doch Optik Rathenow, mit einer jungen Mannschaft angereist, fand zunehmend besser in die Partie. Mahlsdorf wurde offensiv weniger zwingend, bis kurz vor der Pause der perfekte Zeitpunkt für den Führungstreffer kam. Neuzugang Luis Millgramm (21) bat an der Seitenlinie zum Tanz, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch, und brachte anschließend eine Flanke in den Strafraum. Der Kopfball konnte von Rathenows Torhüter Simeon Hawwary noch pariert werden, doch Moritz Tomczak stand goldrichtig. Der ebenfalls neu verpflichtete Angreifer staubte aus rund acht Metern ab und drosch den Ball kompromisslos zum 1:0 in die Maschen. „Ich freue mich natürlich sehr über mein Tor“, sagte der 25-Jährige nach dem Abpfiff. Vor allem in der ersten Halbzeit habe man als Mannschaft gute Chancen herausgespielt und hinten nur wenig zugelassen.

Dass die Partie damit noch lange nicht entschieden war, dürfte Mahlsdorfs Trainer Heine aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung allerdings bereits zur Pause geahnt haben. Schon vor der Partie hatte er vor einer schwierigen Aufgabe gewarnt. Und sollte damit Recht behalten. Denn Rathenow kam mit viel Energie aus der Kabine und setzte Mahlsdorf zunehmend unter Druck. Die Gäste brachten die Eintracht gehörig in Schwierigkeiten, in den Köpfen von Heines Elf machte sich zunehmend die Sorge bemerkbar, den knappen Vorsprung noch aus der Hand zu geben. Heine beobachtete bei seiner Mannschaft Verunsicherung, auch deshalb, weil nach der 0:2-Auftaktniederlage beim SV Siebenbollen­tin unbedingt der erste Saisonsieg her sollte.

Es kam, wie es kommen musste, die Eintracht hatte in ihrem 130. Jahr des Bestehens gleich mehrfach Glück. In der 62. Minute donnerte ein Rathenower Abschluss mit voller Wucht ans Lattenkreuz, wenige Minuten später wurde es nach einer Flanke und einem Kopfball erneut brandgefährlich. Auch nach einer Ecke in der 71. Minute kam Rathenow zu einem Abschluss aus dem Gewühl, der nur knapp am Tor vorbeistrich. Die Havelländer drückten, drückten und drückten. Mahlsdorf konnte nur noch mit einzelnen Nadelstichen für Entlastung sorgen. Gleichzeitig verlangte die enorme Hitze den Spielern alles ab. Sprints, intensive Zweikämpfe und die permanente Defensivarbeit kosteten Kraft. Doch die Eintracht verteidigte ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz.

Bis zur Nachspielzeit blieb es deshalb eine Zitterpartie. In der 91. Minute schien Rathenow dann tatsächlich noch einmal durchzukommen. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte flog in Richtung Mahlsdorfer Tor, fand seinen Weg durch die Defensive und eröffnete den Gästen die letzte große Chance des Spiels. Doch Eintracht-Keeper Paul Büchel (32) war hellwach. Mit einer Weltklasse-Parade verhinderte er vor rund 100 Zuschauern den späten Ausgleich und hielt damit die drei Punkte für Mahlsdorf fest. Kurz darauf war Schluss.

 

Eintracht Mahlsdorf feierte damit einen wichtigen 1:0-Erfolg. Einen Sieg, der sicherlich nicht in die Kategorie „glanzvoll“ fällt, aber nach der Auftaktniederlage umso wertvoller sein dürfte. „Dreckig“ eben, wie es Etienne Nikol sagte. Nun hat die Eintracht die Chance, Selbstvertrauen zu tanken. In der kommenden Woche geht es im Berliner Pokal zum SC Gatow aus der Kreisliga A. Eine Partie, in der Mahlsdorf als vier Ligen höher spielendes Team klar favorisiert ist. Eine Woche später wartet beim Aufsteiger Reinickendorfer Füchse die nächste vermeintlich machbare Aufgabe.

Fotos: hansakoschi / jenniibrl

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