Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten bestreitet Eintracht Mahlsdorf ein Heimspiel am Samstag. Gegen Optik Rathenow steht dabei nicht nur sportlich einiges auf dem Spiel.
Es ist ein Heimspiel, das für Eintracht Mahlsdorf auch abseits des Rasens eine besondere Bedeutung hat. Wenn am Samstag um 13 Uhr der FSV Optik Rathenow am Rosenhag gastiert, erlebt der Verein eine Premiere. Erstmals wird ein Pflichtspiel der Lilanen nicht am Sonntag, sondern bereits am Samstag angepfiffen. Bislang gehörten die Heimspiele zum Wochenabschluss fest zum Mahlsdorfer Fußballkalender, nun beginnt für die Eintracht eine neue Ära – als Ergebnis eines Kompromisses im Streit um das Trommelverbot.
Wie „Alles Mahlsdorf“ bereits mehrfach berichtet hat, hatte das vom Bezirksamt verhängte Trommelverbot in der vergangenen Saison für erheblichen Unmut bei den Mahlsdorfer Fans gesorgt. Die Diskussion um Lärmbelastung und die Stimmung im Stadion beschäftigte Verein, Fans und Anwohner über Monate. Mit der Verlegung der Heimspiele auf den Samstag wurde schließlich eine Lösung gefunden, die die Interessen der Anwohnerschaft und des Vereins miteinander verbinden soll.
Nun also die Premiere. Und die soll für die Eintracht möglichst auch sportlich erfolgreich verlaufen. Denn nach dem missglückten Saisonstart will Mahlsdorf am zweiten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord die ersten Punkte einfahren. Zum Auftakt musste sich die Mannschaft von Trainer Karsten Heine beim SV Siedenbollentin mit 0:2 geschlagen geben. Dabei geriet die Eintracht früh in Rückstand und musste nach einer Roten Karte gegen Niklas Thiel (der Schiedsrichter entschied aufgrund eines von ihm wahrgenommen Schlages in den Rücken des Gegenspielers auf Platzverweis) fast eine Stunde in Unterzahl spielen.
Mit Optik Rathenow wartet nun allerdings ein Gegner, gegen den die Mahlsdorfer zuletzt gute Erfahrungen gemacht haben. In den vergangenen acht Partien gelang den Havelländern kein Sieg, es setzte vier Niederlagen und vier Remis. Etwas Zählbares mitzunehmen, so heißt es aus Rathenow, ist trotz der Außenseiterrolle das Ziel. Berechtigte Hoffnungen gibt es, die letzten Begegnungen waren allesamt eng. Das letzte Aufeinandertreffen im Februar dieses Jahres endete in Rathenow 0:0. Im August 2025 trennten sich beide Mannschaften am Rosenhag 2:2, zuvor hatte Mahlsdorf zweimal mit 3:0 gegen Optik gewonnen. Rathenow reist ebenfalls mit einem Unentschieden im Gepäck nach Mahlsdorf. Zum Saisonauftakt kam man im eigenen Stadion gegen den Berliner AK nicht über ein 0:0 hinaus. Für beide Mannschaften geht es damit am zweiten Spieltag um den ersten Saisonsieg.
Ob die jahrzehntelange Sonntagsroutine in Mahlsdorf vermisst wird oder der neue Termin bei Mannschaft und Fans gut angenommen wird, dürfte sich bereits bei der Premiere zeigen. Als kleines „Leckerli“ haben die Verantwortlichen zudem ein Jubiläumstrikot zum 130. Geburtstag des Vereins herausgebracht (50 Euro, siehe Foto). Als dies sind jedoch Nebensächlichkeiten. Was zählt, ist auf dem Platz. Und dort ist die sportliche Ausgangslage klar. Nach der Auftaktniederlage braucht Mahlsdorf die ersten Punkte – und gegen Rathenow stehen die Chancen dafür zumindest mit Blick auf die jüngere Vergangenheit nicht schlecht. Dabei helfen sollen Trommeln. Denn deren Verbot ist nun umgangen





