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Erneute Kehrtwende: Kita in der Landréstraße nun doch vor Rettung

Bereits mehrfach berichtete „Alles Mahlsdorf“ über die Kita in der Landréstraße, welche vor allem von Kindern aus dem Umfeld des Bahnhofs Mahlsdorf besucht wird. Der bisherige Betreiber, die landeseigenen „Kindergärten Nordost” (KiGäNO), schließen mit der Begründung einer langen Mängelliste trotz zahlreicher Proteste aus Elternschaft, Politik und Bezirksamt den Kindergarten Ende Oktober. Mitte Juli gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer, als vor allem von Bezirksseite eine mögliche Übernahme durch einen anderen Träger in Aussicht gestellt wurde – diese Möglichkeit schien aber aufgrund der notwendigen Sanierungs-Hürden in weite Ferne zu rücken. Bis jetzt. Zwei Träger haben nach wie vor ein großes Interesse am Weiterbetrieb.

 

Diese sind das Jugendwerk Aufbau Ost (JAO gGmbH) und die pad gGmbH. Entscheiden sich die beiden für einen Weiterbetrieb des Kindergartens, woran beide nach „Alles Mahlsdorf“-Informationen Interesse haben, bräuchten sie allerdings eine neue Betriebserlaubnis. Die zuständige Kita-Aufsicht scheint willens, diese vorbehaltlich der Prüfungen des Hygieneamts und der Bauaufsicht mit mittelfristigen Auflagen kurzfristig zu erteilen. Das würde bedeuten, dass vor allem der Schimmel schnell beseitigt werden müsste und das Heizungsproblem vor dem Winter in den Griff bekommen wird, die Instandsetzung nach derzeitigen Standards der anderen im KiGäNo-Gutachten aufgelisteten Mängel (etwa die Toilettensituation) könnte jedoch auch in den kommenden Jahren erledigt werden.


Am gestrigen Freitag gab es eine Begehung mit den beiden interessierten Trägern, dem Jugendamt, der Kita-Aufsicht sowie dem für Kindergärten zuständigen Bezirksstadtrat Gordon Lemm (SPD). „Ich freue mich, dass die KiGäNo sich nach ihren Fehlern vor allem im Bereich der Kommunikation und meinem deutlich zum Ausdruck gebrachten großen Missfallen darüber nun kooperativ zeigt“, so Lemm gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Und weiter: „Vor allem den Eltern muss man ein großes Kompliment für ihren Einsatz machen. Sie haben nicht nur für sich und ihre eigenen Kinder gekämpft, sondern für den generellen Erhalt der Kitaplätze in der Landréstraße in den kommenden Jahren.“

 

Wie aber geht es nun weiter? Zunächst die Träger-Entscheidung: Die Absprache ist, dass sich JAO und pad endgültig für einen Weiterbetrieb entscheiden und sich bis Anfang der kommenden Woche untereinander einigen. Ist das nicht möglich, soll das Los entscheiden und der Unterlegene beim nächsten Kita-Bau besonders berücksichtigt werden. Nach der Schließung am 29. Oktober muss das Grundstück an den Bezirk zurücküberschrieben werden, damit es im Anschluss an den neuen Träger übergeben werden kann. Zudem soll es in der kommenden Woche ein Gipfeltreffen zwischen Jugendamt, dem dann neuen Träger, der Kitaaufsicht und den KiGäNo geben um alle notwendigen Schritte eines Weiterbetriebs zu besprechen. In der übernächsten Woche soll ein Elternabend in der Kita stattfinden. Die Auswahl der beiden Träger JAO und pad stößt nicht überall auf Gegenliebe. Denn für das Gebäude hatte sich auch der Träger „Kinderland Krümelbude gGmbH“ (betreibt bereits sieben Kitas) interessiert und beworben, dieser scheint jedoch aus dem Rennen. Alexander J. Herrmann, Noch-Fraktionsvorsitzender der Marzahn-Hellersdorfer CDU sagt deshalb: „Ich halte es für einen skandalösen Vorgang, dass hier nur mit den beiden Trägern verhandelt wird. Als Bezirk sollten wir ein großes Interesse an einer breiten Trägerlandschaft haben. Es ist daher nicht hinnehmbar, dass hier durch den Bezirksstadtrat einseitig zwei vorhandenen Trägern im Bezirk auf diesem Wege letztlich zwei Standorte pauschal zugesagt werden sollen.“ Herrmann erwartet nun, das Lemm vor einer abschließenden Entscheidung über die Neuvergabe des Standorts zwingend die Aufnahme von konkreten Gesprächen mit weiteren Interessenten aufnimmt. Erwähnswert ist aber, dass der  „Krümelbude“-Geschäftsführer für die CDU in der Gemeindevertretung Fredersdorf-Vogelsdorf sitzt.

 

Die rund 30 Kinder, die derzeit die Kita besuchen, sind solche politischen Diskussionen egal. Sie müssen (zumindest vorerst) neue Kitas besuchen. Zehn Mädchen und Jungen gehen mit dem derzeitigen Träger mit und erhalten künftig in der kürzlich eröffneten KiGäNo-Kita im Kummerower Ring einen Platz, die anderen verteilen sich in umliegenden Ortsteilen. Auch die Erzieher:innen wechseln den Arbeitsplatz. Gordon Lemm hofft, dass die Kita in der Landréstraße nach den Instandsetzungsarbeiten vielleicht schon zum Jahresbeginn 2022 wiedereröffnen kann – ob die „alten“ Kinder dann wieder dort einziehen können, muss jedoch noch im Detail (vertragliche Situation mit der neuen Kita, vollzogene Eingewöhnung in neuer Kita usw.) im Einzelfall geklärt werden. Sie feiern zunächst am 28. Oktober eine „Abriss“-Party mit anschließendem Laternenumzug.

Am 28. Oktober feiern Eltern und Kinder der Kita in der Landréstraße eine "Abriss"-Party.
Wird die Kita doch noch durch einen anderen Träger gerettet?

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