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Gut 70 Unfälle in vier Jahren: Darum kracht es in Mahlsdorf so oft zwischen Auto und Straßenbahn

Man kann die sprichwörtliche Uhr danach stellen. Gefühlt einmal im Monat kracht es in Mahlsdorf zwischen einem Fahrzeug und einer Straßenbahn der durch Mahlsdorf fahrenden Linien 62 oder 63. „Alles Mahlsdorf“ macht nun aus dem Gefühl Fakten, erfragte die genauen Unfallzahlen bei BVG und Polizei. Und das Gefühl trügt nicht.

 

„Verkehrsunfall: Die Linie 63 wird aufgrund eines Verkehrsunfalles in beiden Richtungen zwischen Mahlsdorf-Süd und Rahnsdorfer Straße eingestellt.“ So hieß es vor wenigen Tagen auf dem offiziellen Twitter-Kanal „BVG Straßenbahn“, der seine rund 45.000 Follower mit Infos zu Störungen bei der Berliner Straßenbahn auf dem neuesten Stand hält. Immer wieder kommt auch Mahlsdorf darin vor. Konkret gibt es zwei Unfallschwerpunkte. Den Hultschiner Damm mit all seinen Kreuzungen über die Gleise sowie die Hönower Straße von der Kreuzung B1 bis zur Treskowstraße. Mahlsdorfs meistbefahrene Kreuzung B1/Hultschiner Damm/Hönower Straße ist bis auf einen schweren Unfall in den vergangenen Jahren glimpflich davon gekommen, hier dürfte die Ampelanlage für Sicherheit sorgen.

 

Die allerdings gibt es entlang des Hultschiner Damms nicht. Über exakt 18 kleine Straßenkreuzungen laufen Gleise der Straßenbahn, hinzu kommen etliche Grundstückszugänge. Achten Verkehrsteilnehmer:innen hier beim Abbiegen nicht auf gelben Züge, krachts. Laut BVG allein elf Mal in diesem Jahr. Die vergangenen Jahre dürften eine ähnliche Quote haben, macht von Anfang 2018 bis heute rund 40 Unfälle auf dem Teilstück. Meistens bleibt es bei Blechschäden und aufgrund der Eingleisigkeit langen Verzögerungen. Im August etwa knallte eine Straßenbahn in die Fahrerseite eines silbernen BMW, am 15. November erwischte es in der Roedernstraße einen Hyundai am linken Heck und ein paar Tage vorher ging ein fahruntüchtiger Pkw im Gleisbett. „Gerade die eingleisigen Abschnitte mit Gegenverkehr für die Autofahrer erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit“, so ein BVG-Sprecher gegenüber „Alles Mahlsdorf“.

 

Und auch die Strecke auf der Hönower Straße ist gefährlich. Die Polizei registrierte hier im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 30. September 2021 insgesamt 29 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Straßenbahnen. Auch hier gab es zumeist nur Sachschäden, aufgrund Tempobeschränkungen und zumeist hohen Verkehrsaufkommens wurden insgesamt nur zwei Personen leicht verletzt. Als Hauptunfallursachen wurden zumeist fehlerhaftes Einfahren in den Fließverkehr (acht Fälle), Überholen ohne genügenden Seitenabstand sowie Verstöße gegen das Rechtsfahrverbot festgestellt.

 

Was aber kann man für die Verkehrssicherheit tun? Die BVG bringt sich ein und steht in wie es laut dem Sprecher heißt in „konstruktiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden“, macht jedoch auch klar, dass man für „Maßnahmen der Verkehrssteuerung u.ä. als BVG nicht verantwortlich“ wäre. Auf dem Hultschiner Damm dürften Lösungen zusätzlich zu den bereits bestehenden Stop-Schildern relativ unwahrscheinlich sein. Für den Abschnitt der Hönower Straße laufen die Planungen für die „Verkehrslösung Mahlsdorf“, mit der für die Straßenbahn eine alleinige Nutzung der Straße sichergestellt wird. Derzeit laufen die Planungen, mit einem Baustart ist frühestens 2024 zu rechnen.

 

Übrigens: Der Hultschiner Damm ist nicht nur Straßenbahnen und Autos gefährlich. Die Kreuzung mit der Akazienallee bzw. Bergedorfer Straße ist laut einer Statistik die gefährlichste für Radfahrer im ganzen Bezirk, und auch Fußgänger müssen auf der Hut sein. Erst am Donnerstagnachmittag kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Nach derzeitigem Kenntnisstand überquerte ein 89-Jähriger gegen 17.30 Uhr mit seinem Rollator an der Ecke zur Winklerstraße die Fahrbahn des Hultschiner Damms und wurde dabei von einem 59-Jährigen mit seinem Auto erfasst. Der Senior erlitt schwere Verletzungen an Kopf sowie Becken und kam zur stationären Aufnahme und Behandlung in ein Krankenhaus. Ein Fachkommissariat für Verkehrsdelikte der Polizeidirektion 3 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Vor wenigen Tagen krachte es mal wieder an den Straßenbahn-Gleisen am Hultschiner Damm, hier erwischte eine Tram einen Hyundai am linken Heck in der Roedernstraße. Foto: V. Derksen

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