Die Saison ist für Eintracht Mahlsdorf faktisch gelaufen. Der Aufstiegstraum ist bereits vor einigen Wochen geplatzt, mir dem Abstieg hat das Team von Trainer Karsten Heine nichts zu tun, auch aus dem Pokal ist man ausgeschieden. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits, die Verpflichtung des torgefährlichen Sohns einer Union-Legende wurde in dieser Woche bekanntgegeben. Um diese Spielzeit möglichst weit oben abzuschließen, dürften drei Punkte am Sonntag gegen einen schwer in Not geratenen Berliner Kult-Verein eingeplant sein.
Zunächst zu den Personalien: Der Kader der Eintracht für de kommende Saison nimmt Formen an, vor allem in der Offensive. Neben Moritz Tomczak, ausgebildet bei Union Berlin und zuletzt in der zweiten Mannschaft der VSG Altglienicke in der Berlin-Liga aktiv, stößt mit Etienne Nikol ein Stürmer zu den Lilanen, der neben einem ausgeprägten Torriecher ebenso einen im Osten der Hauptstadt klangvollen Namen trägt. Der 24-Jährige ist der Sohn von Ronny Nikol, einer Vereinslegende bei Union Berlin. Mit den Eisernen erreichte der heute 51-Jährige im Jahr 2001 sensationell das DFB-Pokalfinale und stieg im selben Jahr in die Zweite Bundesliga auf. Ganz so weit hat es Sprößling Etienne noch nicht geschafft, hat aber in der Oberliga bereits reichlich Talent bewiesen. In der laufenden Spielzeit erzielte er für seinen Verein Sparta Lichtenberg bislang 16 Tore und legte neun weitere auf – statistisch sammelte er damit einen Scorer pro Partie und steht dort ligaweit auf Platz zwei. Lediglich einer ist mit 26 Punkten besser: Nils Stettin, der schon bei der Eintracht spielt.
Auf eben jenen Stettin wird es am kommenden Sonntag ankommen. Ab 14 Uhr geht es auf dem Rosenhag für Mahlsdorf gegen das abstiegsbedrohte Tennis Borussia Berlin. Mit seinen 23 Treffern hat der 29-Jährige nur 15 Tore weniger geschossen als die komplette Mannschaft aus dem Westend zusammen, der Kult-Klub taumelt mit lediglich 28 Punkten dem Abstieg entgegen. Dabei hat TeBe glorreiche Zeiten hinter sich. Zwei Saison spielte man in der Bundesliga, schaffte es 1994 bis ins Halbfinale des DFB-Pokals. Zuletzt jedoch stürzte der Verein ins Chaos. Finanzielle Nöte und öffentliche Streitigkeiten gehörten in der jüngeren Vergangenheit fast schon zur Vereins-DANN, in der Winterpause wurden innerhalb kürzester Zeit Vorstand und Trainerteam fast zur Gänze ausgetauscht. Die Gründe: interne und finanzielle Querelen sowie die sportlich prekäre Lage.
Der Eintracht dürfte und sollte die ruhmreiche Vergangenheit und die aktuelle Gegenwart (und wahrscheinlich auch ein wenig die Zukunft) des kommenden Gastes herzlich egal sein. Für die Lilanen geht es nach dem Sieg bei Dynamo Schwerin am vergangenen Wochenende um ein weiteres Erfolgserlebnis im Kampf um das Maximalziel Platz 3.





