Tempo 20, mehr Rad- und Fußwege: Verkehrskonzept in Mahlsdorf soll weiterentwickelt werden

Mit der rasanten Zunahme der Mahlsdorfer Bevölkerung in den vergangenen beiden Jahrzehnten sowie einer immer größer werdenden Bedeutung ökologischer Ideen ist das Thema Verkehr auch in Mahlsdorf wichtiger und wichtiger geworden. Der Komplettumbau der Hönower Straße südlich des Bahnhofs wurde auf den Weg gebracht, die durch den Ortsteil führende Ostbahn soll eine der wichtigsten Hauptstadtverbindungen werden. Nun gibt es weitere Idee für verkehrliche Entwicklungen in Mahlsdorf. Dabei wird deutlich: Das Auto steht nicht mehr im Vordergrund.

 

Grundsätzliches wollen die Grünen klären. Sie brachten nun in die kommende Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag ein, nachdem das Bezirksamt ein umfassendes Mobilitätskonzept für Mahlsdorf entwickeln soll. „Ziel dessen ist zu ermitteln, welche Straßen weiterhin eine Netzwirkung erfüllen müssen, welche Straßen für verkehrsberuhigende Maßnahmen bzw. Straßen mit überwiegendem Aufenthaltscharakter (Spielstraßen) in Frage kommen, wie sich das geplante Vorrangnetz für das Fahrrad auf diese Fragen auswirkt und welche Anforderungen der Fußverkehrsteil des Mobilitätgesetzes mit sich bringt“, heißt es in dem Antrag. Dabei sollen auch Vorschläge entwickelt werden sogenannte Kiezblocks einzurichten, um die Nachbarschaften vom Durchgangsverkehr befreien. „Seit Jahren gibt es immer wieder den Wunsch den Verkehr in Mahlsdorf besser zu sortieren. Mit der Verkehrslösung Mahlsdorf ist ein Baustein auf dem Weg. Der zweite Schritt eines Mobilitätskonzeptes, welches auch die kleinteiligeren Bedarfe berücksichtigt steht weiter aus“, so Pascal Grothe, einer der Initiatoren in der Begründung des Antrags. Und weiter: Dazu gibt es immer wieder den Wunsch verkehrsberuhigende Maßnahmen im Siedlungsgebiet zu ergreifen. Das Mobilitätskonzept soll dieser Debatte eine fachliche Grundlage geben. Dazu sollte vorab insbesondere geprüft werden, welche Netzwirkungen dabei zu berücksichtigen sind.“

 

Eine kleinteiligere Idee kommt schon von der CDU. Sie beantragt, die Aufstellung von „Tempo 20“ und „Anlieger frei“-Schildern in den Straßen „Am Barnim“, „Kethelitzweg“ und „Großmannstraße“ östlich des Habermannsees zu prüfen und gegebenenfalls anzuordnen. Dies rührt daher, dass diese Straßen laut Anwohner:innen als Umfahrungsweg zur Parler Straße hin zum Hultschiner Damm genutzt werden, um die Ampel an der Rahnsdorfer Straße zu umgehen. „Im Zuge einer Bebauung des Parler Feldes könnte sich dieser Ausweicheffekt erweitern, deshalb ist die Aufstellung dieser Schilder zu prüfen“, so die CDU-Bezirksverordnete Jana Löschke.

 

Um vorausschauendes Denken in Sachen Verkehr ist man bei der SPD bemüht. Sie fordert ein neues Verkehrsgutachten für die geplante Großbaustelle Bisamstraße („Alles Mahlsdorf“ berichtete hier, hier und hier). „Das letzte Verkehrsgutachten für das Gebiet wurde im Jahr 1996 angefertigt. Seitdem hat sich viel verändert. Der Quell- und Zielverkehr im Gebiet hat zugenommen und wird sich weiter verändern. Der Fahrzeugbedarf ist höher und die großen Grundstücke im Umfeld des Baugebiets wurden oftmals geteilt und haben das Verkehrsaufkommen ebenfalls erhöht“, so Eike Arnold, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. All dies ist laut SPD im aktuellen Bebauungsplan noch nicht ausreichend berücksichtigt. Das Gutachten soll daher die verkehrsbedingten Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Landsberger Straße, die Kieler Straße sowie alle Straßen südlich der Landsberger Straße bis zur Landesgrenze, die in die Dahlwitzer Straße münden, aufzeigen. Besondere Berücksichtigung soll laut SPD der Umweltverbund finden, also ÖPNV als auch Rad- und Fußverkehrs. Arnold: „Wir brauchen hier mehr Mobilität bei weniger Verkehr. So könnten alle Interessen der neuen und alten Anwohnerinnen und Anwohner im Planungsvorhaben berücksichtigt werden.“

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