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Sonntag, Juni 13, 2021
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Infrastruktur massiv überlastet: Bürgermeister von Hoppegarten kritisiert Mahlsdorfer Bauprojekt

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Der Bürgermeister der unmittelbar an Mahlsdorf grenzenden Gemeinde Hoppegarten kritisiert die Baupläne der degewo rund um die Bisamstraße. Die angedachten 280 Wohnungen und 44 Einfamilienhäuser („Alles Mahlsdorf” berichtete mehrfach) seien für die nicht mitwachsende Brandenburger Infrastruktur ein großes Problem, so der parteilose Sven Siebert.

Hoppegarten umgibt das zukünftige Mahlsdorfer Baugebiet an zwei Seiten: im Osten mit dem Ortsteil Birkenstein, im Nordosten mit Hönow. Laut degewo war die Gemeinde Hoppegarten um das Jahr 2012 als Träger öffentlicher Belange am Bebauungsplanverfahren beteiligt. Nun wird dieses konkret. Siebert, damals noch nicht im Amt, zeichnet in einem Videogespräch mit der „Bürgerinitiative Bisamstraße” vier grundlegende Probleme. Die Zufahrtsstraßen nach Mahlsdorf seien bereits jetzt stark frequentiert, Parkplätze am S-Bahnhof Birkenstein sind eh schon knapp, auch fürchtet er parkende Mahlsdorfer Fahrzeuge in Birkensteiner Wohnstraßen – und Berliner Kinder könnten ebenfalls nicht in Schulen und Kitas aufgenommen werden. „Alles Mahlsdorf” zeigt Sieberts Kritikpunkte:

Die Anbindung: eine direkte Verkehrsanbindung Richtung Süden gibt es nicht, ein erheblicher Teil des Verkehrs vom und zum geplanten Wohngebiet dürfte künftig über den Hönower Weg und die Hoppegartener Straße (beides Verlängerungen der Dahlwitzer Straße) aufen, beides schon jetzt als Nord-Süd-Verbindung stark frequentierte Straßen. Als Problem stellt sich hier vor allem die Schranke am Bahnhof Birkenstein dar, im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr bilden sich hier bei geschlossener Schranke bereits lange Blechkolonnen. In den kommenden Jahren dürfte sich dieses Problem mit dem auf der Ostbahn stark zunehmenden Güter- und Personenverkehr verschärfen. Auch ist der Fußweg von der Bisamstraße zum und vom Bahnhof derzeit nicht ausgebaut. Die Zuwegung führt über Trampelpfade zwischen Büschen und Bäumchen.

S-Bahnhof Birkenstein: 45 Park+Ride-Parkplätze gibt es an dem Hoppegartener Bahnhof. Diese sind bereits jetzt in den Morgenstunden belegt. Mit geschätzt 1000 Neu-Mahlsdorfern rund um die Bisamstraße steigt auch dieser Parkplatzdruck. Autos dürften dann künftig noch mehr als bisher in den kleinen Straßen von Alt- und Neu-Birkenstein rund um den Bahnhof abgestellt werden. „Ich fürchte, das führt zum Unmut meiner Bevölkerung. Die Flächen am Bahnhof reichen bei weitem nicht aus, um weitere Pendler aufzufangen”, so Siebert. Die Gemeinde Hoppegarten verfügt rund um den Bahnhof nicht über Flächen, um weitere Parkpläte zu bauen.

Parkplätze: Momentan plant die degewo mit einem halben Parkplatz pro Wohnungen. Ob das reicht, ist laut einem Sprecher der Bisamstraße fraglich. Die mittlerweile auch vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) unterstützte Bürgerinitiative fürchtet, dass sich die künftigen Anwohner der Bisamstraße Stellplätze rund um die Birkensteiner Wohnstraßen Nuthetal- und Löcknitztalstraße suchen. Der degewo scheint das Problem zumindest bewusst. „Wir zielen derzeit auf eine Erhöhung des Stellplatzschlüssels ab und prüfen unterschiedliche Möglichkeiten”, heißt es von dem landeseigenen Wohnungsbauunternehmen.

Kitas und Schulen: Die Mahlsdorfer Kindergärten und Schulen rund um die Bisamstraße sind pickpackevoll, dieses Problem ist seit Jahren bekannt. Gedankenspielen, die sich mit einer „Auslagerung” des Berliner Nachwuchses nach Brandenburg beschäftigt, wiegelt Sven Siebert ab. „Mit meiner eigenen Bevölkerung stoßen wir bereits jetzt vollends an die Kapazitätsgrenzen unserer eigenen kommunalen Einrichtungen. Das wird sich über Jahre auch weiterhin so erstrecken. Wir werden keine Bedarfsdeckung für das Land Berlin vollführen können.”

Hier unsere älteren Berichte zum Thema:

11. April: Rund 300 Parkplätze dürften fehlen: Steuert Bisamstraße auf ein Verkehrschaos zu? https://alles-mahlsdorf.de/rund-300-parkplaetze-duerften-fehlen-steuert-bisamstrasse-auf-ein-verkehrschaos-zu/

29. März: Visualisierungen: So könnte es bald rund um die Bisamstraße aussehen: https://alles-mahlsdorf.de/visualisierungen-so-koennte-es-bald-rund-um-die-bisamstrasse-aussehen/

10. März: So wird an der Bisamstraße gebaut: https://alles-mahlsdorf.de/aussen-stadtvillen-innen-einfamilienhaeuser-so-wird-an-der-bisamstrasse-gebaut/

14. Februar: Protest formiert sich: Bürgerinitiative macht gegen Bebauungspläne der Bisamstraße mobil: https://alles-mahlsdorf.de/protest-formiert-sich-buergerinitiative-macht-gegen-bebauungsplaene-der-bisamstrasse-mobil/

1. Februar: Grob-Planung steht: 200 Wohnungen in Stadtvillen, 80 Genossenschafts-Wohnungen und 44 Einfamilienhäuser: https://alles-mahlsdorf.de/grob-plan-fuer-bisamstrasse-steht-200-wohnungen-in-stadtvillen-80-genossenschafts-wohnungen-und-44-einfamilienhaeuser/

Juli 2020: Bürgermeisterin antwortet verunsicherten Anwohnern: https://alles-mahlsdorf.de/geschosswohnungsbau-in-der-bisamstrasse-bezirksbuergermeisterin-antwortet-verunsicherten-anwohnern/

Mai 2020: Rund 335 Wohnungen sollen an Bisamstraße entstehen: https://alles-mahlsdorf.de/naechstes-mahlsdorfer-grossprojekt-nimmt-formen-an-335-wohnungen-entstehen-in-der-bisamstrasse/

Sven Siebert im Videogespräch mit der „Bürgerinitiative Bisamstraße”.

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