Vermietung gestartet: Degewo sucht Mieter für 248 neue Wohnungen in Mahlsdorf

Erstbezug an der Bisamstraße: Im neuen Wohnquartier können sich Interessenten ab sofort für Wohnungen zwischen 52 und 141 Quadratmetern bewerben. 136 Wohnungen sind gefördert. Der Einzug ist für Sommer 2027 geplant. Doch das Großprojekt wirft auch weiterhin Fragen zur Verkehrsanbindung und zur Infrastruktur auf.


Auf der Baustelle an der Bisamstraße wird nicht mehr nur gebaut, jetzt beginnt auch die Suche nach den künftigen Bewohnern. Das landeseigene Wohnungsunternehmen Degewo hat am gestrigen Dienstag die Vermietung für den ersten Bauabschnitt seines neuen Wohnquartiers in Mahlsdorf gestartet. Interessenten können sich ab sofort auf die angebotenen Wohnungen bewerben. Entstehen sollen auf dem Areal an der Bisamstraße, der Stralsunder Straße und der Seidenschwanzstraße insgesamt 248 Mietwohnungen.


Für Mahlsdorf ist das Vorhaben eines der größeren Wohnungsbauprojekte der vergangenen Jahre. Familien, Paare, Senioren und Singles sollen in dem neuen Quartier ein Zuhause finden. Angeboten werden Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern und Wohnflächen zwischen 52 und 141 Quadratmetern. Jede Wohnung erhält eine Terrasse oder einen Balkon. Besonders interessant dürfte das Projekt für Menschen sein, die in Berlin bezahlbaren Wohnraum suchen. Von den insgesamt 248 Wohnungen 136 öffentlich gefördert. Für diese Wohnungen nennt das Unternehmen eine Einstiegsmiete von sieben Euro nettokalt pro Quadratmeter. Allerdings bedeutet das nicht, dass sämtliche Wohnungen zu diesem Preis vermietet werden. Die konkrete Miete und die Voraussetzungen für eine Anmietung unterscheiden sich je nach Angebot. Insbesondere bei den geförderten Wohnungen müssen Interessenten die jeweiligen Bedingungen prüfen. Für entsprechende Angebote kann ein Wohnberechtigungsschein (WBS) erforderlich sein.


Die Degewo weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anmietungsvoraussetzungen nicht bei allen Wohnungen identisch sind. Interessenten sollten deshalb die jeweiligen Exposés genau lesen, bevor sie sich bewerben. Die Größenordnung des Angebots ist beachtlich: 54 Wohnungen sind als Zweizimmerwohnungen vorgesehen, weitere 54 haben drei Zimmer. Hinzu kommen 70 Vierzimmer- und 70 Fünfzimmerwohnungen. Welche Wohnungen konkret verfügbar sind, welche Mieten gelten und welche Unterlagen benötigt werden, ist den jeweiligen Exposés auf der Homepage der Degewo zu entnehmen.


Das neue Quartier umfasst insgesamt 35 Gebäude. Geplant sind 27 Stadtvillen mit jeweils acht Wohnungen sowie acht Reihenhausgebäude mit jeweils vier Wohneinheiten. Die Häuser erhalten zwei Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss. Insgesamt entstehen rund 22.500 Quadratmeter Wohnfläche. Die Gebäude werden in moderner Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Dabei werden Holzelemente mit weiteren Baustoffen kombiniert.


Auch bei der Energieversorgung setzt das Unternehmen auf einen möglichst effizienten Betrieb. Vorgesehen sind der Effizienzhaus-40-Standard, Geothermie sowie Photovoltaikanlagen. Hinzu kommen Außenanlagen mit Grünflächen, Mietergärten und Spielplätzen sowie Stellplätze für Autos und Fahrräder. 108 Wohnungen sind laut Degewo barrierefrei. Das Angebot richtet sich damit auch an Menschen, die auf einen möglichst barrierearmen Zugang und eine entsprechende Wohnumgebung angewiesen sind. Dass auf der Fläche an der Bisamstraße einmal ein größeres Wohngebiet entstehen würde, war bereits seit Jahren Gegenstand der Diskussionen, „Alles Mahlsdorf“ berichtete mehrfach. Das Areal zwischen der Landsberger Straße und der Berliner Landesgrenze zu Brandenburg wurde schon früh als bedeutende Entwicklungsfläche betrachtet.


Ursprünglich war für das Gebiet eine andere Mischung vorgesehen. Neben Mietwohnungen sollten weitere Wohnungen durch genossenschaftliche Träger entstehen. Außerdem waren Grundstücke für private Bauherren vorgesehen. In frühen Planungsständen war von insgesamt rund 320 Wohneinheiten die Rede. Im Zuge der weiteren Planung wurden die Konzepte überarbeitet. Hintergrund war auch der wachsende Bedarf an Wohnraum in Berlin. Der Baubeginn für das aktuelle Mietwohnungsprojekt erfolgte im Dezember 2024. Im April 2026 wurde das Richtfest gefeiert. So dringend neue Wohnungen in Berlin benötigt werden, begleitet die Entwicklung des Quartiers auch eine Diskussion, die in Mahlsdorf seit Jahren geführt wird: Wie gut ist die Infrastruktur auf die zusätzlichen Bewohner vorbereitet? Bereits in der früheren Berichterstattung von „Alles Mahlsdorf“ wurden Sorgen wegen des zusätzlichen Verkehrs thematisiert. Anwohner befürchteten, dass die bestehenden Straßen durch die neuen Haushalte stärker belastet werden könnten. Dabei standen unter anderem die Stralsunder Straße sowie die Tizianstraße und die Schongauerstraße im Mittelpunkt.


Auch die Erreichbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs und die Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten waren Gegenstand der Kritik. Die Nähe zum S-Bahnhof Birkenstein ist für das Quartier ein wichtiger Standortfaktor. Wie komfortabel der Alltag ohne Auto tatsächlich sein wird, hängt jedoch auch von den konkreten Fußwegen, der Anbindung an Bus und Bahn und der Entwicklung des Wohnumfelds ab. Die Degewo verweist dabei auf die vorgesehenen Grün- und Aufenthaltsflächen sowie auf die soziale Infrastruktur im Umfeld. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben zudem an der Finanzierung der Kita Grashüpfer und der angrenzenden Grünfläche beteiligt. Auch der Ausbau der Stralsunder Straße ist zum Ende des Neubauvorhabens vorgesehen.


Damit bleibt die Frage, wie Wohnungsbau, Verkehr und Infrastruktur zusammenpassen, für die Entwicklung Mahlsdorfs von Bedeutung. Die neuen Wohnungen schaffen dringend benötigten Wohnraum. Zugleich wird entscheidend sein, ob die Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt hält. Für die künftigen Bewohner wird sich erst im Alltag zeigen, wie gut das neue Quartier in den bestehenden Ortsteil eingebunden sein wird.

So stellt sich der Projektentwickler das neue Leben in der Bisamstraße vor.

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